Umsorgende Pflege am Lebensende

Übergabe des Erlöses eines Benefizkonzerts durch Prof. Traugott Roser an die Einrichtungsleitung des St. Josef-Stiftes Petra Baumann Foto: privat

Emsdetten

Emsdetten. „Palliative-Care“, so der Fachbegriff. Bedeutet so viel wie „Umsorgende Pflege“ und bezieht sich speziell auf die Pflege am Ende des Lebens. Bekannt geworden ist der Begriff eher im Bereich des Hospizes. Und aus diesem Bereich kommt die Einrichtungs- und Pflegedienstleitung des Altenwohnheims St. Josef Stift Petra Baumann: „Mir ist es ein Herzensanliegen, die besondere Herangehensweise des palliativen Gedankens auch in unsere Altenhilfeeinrichtungen zu tragen.“

Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben, ist ein Zitat Cicely Saunders, der Mitbegründerin der Hospizbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts. Und dies gilt insbesondere für alte Menschen, die in ihrem letzten Lebensabschnitt noch eine intensive und gute Zeit erleben können – vorausgesetzt, sie werden gut begleitet.

Hierfür hat sich Petra Baumann stark gemacht und dafür von höchster Stelle, nämlich der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Unterstützung bekommen. Diese Gesellschaft hatte sich Mitte September unter der Schirmherrschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster an drei Tagen getroffen, um in Fachgremien spezifische Themen zu bearbeiten. Federführend für Münster war hierbei Prof. Dr. Traugott Roser, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Palliative-Care-Gedanken gezielt in die Altenhilfe der Region zu bringen und innovative Projekte zu fördern. In diesem Zuge war er auf die palliative Arbeit im St. Josef Stift gestoßen und so überzeugt davon, dass der Erlös des Benefizkonzertes im Rahmen der Tagung nun feierlich der Einrichtung übergeben werden konnte. Das Orgelkonzert, gestaltet durch Frau Prof. Ellen Beinert, erbrachte einen Erlös von 387,50 Euro. Gern schaute sich Prof. Roser bei der Gelegenheit die Einrichtung an und ließ sich berichten, was hier alles im Bereich Palliative Care auf den Weg gebracht worden ist.

Bereits seit Jahren wird mit Unterstützung des stiftungseigenen Bildungsinstitutes jährlich ein Kurs für Ehrenamtliche Begleiter am Lebensende durchgeführt. Intensive Schulungen erhalten ebenfalls die hauptamtlichen Mitarbeitenden. Auf der innerbetrieblichen Ebene sind das Fortbildungen zum Beispiel zur Palliativen Pflege am Lebensende, zu Schmerzmanagement, zur Kommunikation mit Sterbenden. Des Weiteren werden speziell qualifizierende Weiterbildungen angeboten.

Welchen Wunsch können die Altenhilfeeinrichtungen formulieren? Dass im Bewusstsein der Menschen deutlich wird, dass Leben und Tod auf natürliche Weise eng miteinander verknüpft sind und der Tod nicht auf das Abstellgleis gehört. Dass sich immer wieder Menschen finden, denen es wichtig ist, da zu sein und mitzugehen. Dass alte Menschen in Ruhe und Gelassenheit am Ende des Lebens sich verabschieden können, weil sie wissen, dass sie gut umsorgt sind.

 
 
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