Bischofsgewand statt „Bademantel“

Kai-Uwe Richter aus Hamm und Josef Markfort (l.) aus Rheine haben in der Nikolaus-Schule einiges für ihre Auftritte rund um den 6. Dezember gelernt. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

Rheine

Rheine (pbm/gun). Ein tiefes „Hohoho“ würden ihnen niemals über die Lippen gehen: „Das sagt nur der Weihnachtsmann.“ Und mit dieser Fantasiefigur haben Kai-Uwe Richter und Josef Markfort nichts am Hut – besser gesagt an der Mitra.

Die beiden stattlichen Männer sind Nikoläuse aus Überzeugung und das nicht nur rund um den 6. Dezember, dem Gedenktag des Heiligen Mannes. Auch das restliche Jahr über lässt die Legende vom Bischof von Myra sie nie ganz los. Ihre Auftritte in Kindergärten, bei Sportvereinen oder in Senioreneinrichtungen wollten sie nun perfektionieren. Deshalb waren Richter und Markfort sofort dabei, als sie von der ersten Nikolaus-Schule im Bistum Münster hörten. 

Geleitet wurde der Workshop in Rheine von zwei Nikolaus-Profis: Dennis Artmeier und Matthias Degener. Sie waren für den Unterricht eigens aus dem Bistum Augs­burg und dem Erzbistum Köln angereist.

Die meisten, so Artmeier und Degener, kommen eher zufällig an den Nikolaus-Job: „Oft fällt ganz plötzlich jemand aus – und binnen kürzester Zeit muss ein Ersatz gefunden werden.“ So war es auch bei Josef Markfort aus Rheine. Vor einigen Jahren ist er spontan für seinen Onkel eingesprungen, nachdem er bereits vorher in der Firma den Nikolaus vertreten hatte. Schnell war klar – das wird ein Langzeitengagement getreu dem Lied „alle Jahre wieder...“

Anfangs hatte Markfort ordentlich Lampenfieber. Das ist inzwischen vorbei. Damit er seine vielen Termine schaffen kann, nimmt der 56-Jährige extra ein paar Tage Urlaub. Natürlich trägt er bei seinen Besuchen keinen roten „Bademantel“ wie der Weihnachtsmann, sondern ein Bischofsgewand. Mit allem übrigens, was dazugehört: Albe, Stola, Chormantel, Stab und Mitra.

Dennis Artmeier und Matthias Degener erklären dem lernwilligen Nikolaus-Nachwuchs am Nachmittag die Bedeutung der einzelnen Kleidungsstücke: Die Mitra beispielsweise, also die Kopfbedeckung des Bischofs, hat eine Spitze, die wie ein Pfeil auf den Himmel zeigt, „und damit zeichenhaft auf Gott.“

Den beiden Nikolaus-Lehrern ist es wichtig, dass das Leben des Heiligen Mannes nicht vergessen und er nicht durch den Weihnachtsmann ersetzt wird. Sie üben mit den Teilnehmern die traditionellen Nikolauslieder, die alle aus ihrer Kindheit kennen. Gemeinsam erzählen sie außerdem die Nikolausgeschichte – vor einem Herdfeuerplakat, damit in der milden Herbstsonne ein bisschen adventliche Atmosphäre aufkommt.
Was muss man bei Besuchen in Kindergärten besonders beachten?

Was in Flüchtlingsunterkünften? Was in Senioreneinrichtungen? Die Nikoläuse sollen sich auf ihre Auftritte gut vorbereiten, empfehlen Artmeier und Degener, sich bei Premieren am besten vorher informieren, was und vor allem wer sie erwartet. Die Botschaft allerdings ist immer dieselbe: Mit seinem Engagement für hilfsbedürftige und notleidende Menschen ist der Bischof von Myra ein Vorbild. 

Nach knapp sechs Stunden ist das Programm durch, die Nikoläuse sind fit für die bevorstehende Saison. Das bekommen die Teilnehmer am Ende sogar schriftlich – in Form eines Nikolaus-Zertifikates. Weitere Infos für Nikoläuse gibt es im Internet unter www.nikolausaktion.org.

 
 
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