Reparieren und nicht wegwerfen!

Astrid Niehaus-Busch (Verbraucherberaterin), Margret Esters-Gardeweg (Leiterin der Verbraucherzentrale Rheine), Klaus Müller (Anti-Rost-Initiative Rheine und Neuenkirchen) sowie Frank Schoppe (Repair-Café Rheine, v.l.) werben gemeinsam für die Verbraucherzentralen-Aktion „NRW repariert“. Foto: Schulte Renger

Rheine

Rheine (isr). Viele Dinge landen vorzeitig im Müll. 21 Kilo Elektroschrott und 29 Kilo Sperrmüll fallen im Kreis Steinfurt jedes Jahr pro Kopf und Einwohner an. Dazu kommen große Mengen an Altkleidern und unzählige, nicht mehr genutzte Handys. „Mit unserer Aktion ,NRW repariert‘ geben wir viele Tipps, wie man Dingen ,ein zweites Leben geben‘ kann“, so Margret Esters-Gardeweg, Leiterin der Verbraucherzentrale Rheine, Auf dem Thie 34.

„Viele Menschen wünschen sich langlebige und gut reparierbare Haushaltsgeräte, Kleidung, Spielzeug oder Unterhaltungselektronik. Doch die Unsicherheit ist groß, wie man solche Produkte erkennt, wann eine Reparatur sinnvoll ist und wohin man sich im Reparaturfall wenden soll“, so Esters-Gardeweg weiter. Noch bis Ende Dezember sind die Verbraucher des Kreises Steinfurt eingeladen, in der Beratungsstelle beispielhafte Produkte wortwörtlich unter die Lupe zu nehmen und so Kriterien für eine gute Reparierbarkeit zu entdecken. Das Ganze geschieht in kurzweiliger Quiz-Form und zur Belohnung gibt es ein kleines, praktisches Multitool.

Ist der Akku fest verbaut? Lässt sich das Gehäuse eines Gerätes leicht öffnen? Gibt es einen Ersatzteil- und Reparaturservice? Sind Reparaturanleitungen frei verfügbar? All diesen Fragen kann man im Rahmen des Spiels auf den Grund gehen. „Wenn Elektrogeräte oder auch Spielzeuge ein verklebtes, verschweißtes oder vernietetes Gehäuse haben, wird dieses beim Öffnen häufig beschädigt. Besser zu handhaben sind leicht zugängliche Schrauben, für die man kein Spezialwerkzeug braucht. Wer zum Beispiel jetzt beim Aussuchen von Weihnachtsgeschenken auf diese Dinge achtet, der ermöglicht Reparaturen und schenkt länger anhaltende Freude“, erläutert Esters-Gardeweg. Zudem besteht die Möglichkeit, auf den Quizkarten Wünsche im Hinblick auf Reparierbarkeit an Hersteller und Politik zu formulieren. Das Projekt „MehrWert NRW“ der Verbraucherzentrale, das die Aktion „NRW repariert“ entwickelt hat, wird dieses Feedback auswerten. „Es muss einfacher und kostengünstiger werden, kaputte Dinge wieder instand zu setzen. Hier sind auch die Hersteller in der Pflicht, entsprechende Produkte anzubieten. Verbraucher können durch ihre Nachfrage dafür sorgen, dass sich Reparaturfreundlichkeit durchsetzt“, so Esters-Gardeweg.

Selbst reparieren:
Hilfe gibt‘s im Repair-Café

Vieles lässt sich aber auch in Eigenregie wieder reparieren. „Wer dabei Unterstützung braucht, findet in Reparatur-Cafés Hilfe von Ehrenamtlichen“, sagt Frank Schoppe vom Repair-Café in Rheine, das jeden ersten Dienstag im Monat im alkoholfreien Café Oase, Lingener Straße, von 14.30 bis 18 Uhr stattfindet. Hier können zum Beispiel kleine Haushaltsgeräte oder Räder repariert werden. „Allerdings übernehmen wir keine komplexen Reparaturen oder Diagnosen – das überlassen wir den professionellen Handwerksbetrieben“, betont Schoppe. Repair-Cafés gibt es auch in Altenberge (Haus der Begegnung), in Horstmar („komMode“, altes Feuerwehrgerätehaus) und in Ibbenbüren (Café Klatsch im Mehrgenerationenhaus).

Die Anti-Rost-Initiative

„Menschen zu helfen, Dinge lange nutzen zu können – das ist auch das Ziel der Anti-Rost-Initiative Rheine und Neuenkirchen“, so Klaus Müller, der ehrenamtlich Kleinstreparaturen für Hilfebedürftige ausführt. Für die Ehrenamtler der Initiative steht der soziale Gedanke bei dieser etwas anderen Art der Nachbarschaftshilfe im Vordergrund. Erreichbar sind die Damen und Herren unter 05971 / 405145. Per Einsatz wird ein Kostenersatz von 5 Euro berechnet. Eventuelle Materialkosten trägt der Hilfesuchende selbst. Reparaturen, die in die Hände von Fachleuten gehören, übernehmen die Ehrenamtler nicht, wohl aber Aufgaben, die so geringfügig sind, dass der Einsatz professioneller Handwerker nicht denkbar wäre.

Anti-Rost-Initiativen gibt es außerdem in Emsdetten, Lengerich, Ibbenbüren, Ladbergen und Steinfurt.

 
 
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