Internationales Jahr des Bodens

Garten

Die Ressource Boden ist nicht unendlich, aber unendlich wertvoll. Der Boden liefert Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe, filtert das Grundwasser, bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, speichert Kohlenstoff und regelt wichtige Stoffkreisläufe unseres Ökosystems. Deshalb wirbt der Kreis Steinfurt schon seit Jahren mit Projekten, Maßnahmen, Veranstaltungen und  Ausstellungen für den Bodenschutz.

 

Michael Heuer von der Bodenschutzbehörde des Kreises hofft, dass durch das von der UN für 2015 ausgerufene „Internationale Jahr des Bodens“ noch mehr Menschen, Betriebe und Kommunen im Kreis Steinfurt auf Boden als zu schützende Ressource aufmerksam werden. Er hat Tipps zum schonenden Umgang mit Boden im heimischen Garten.
 
Mit dem UN-Bodenjahr soll weltweit das Bewusstsein für den Schutz von Böden geweckt werden. Wie gefährdet sind denn die Böden im Kreis Steinfurt?
 
Heuer: Auch bei uns im Kreis geht täglich Fläche verloren - durch Bebauung, Versiegelung, Infrastrukturmaßnahmen und landwirtschaftliche Nutzung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich seit 1950 beispielsweise die Wohnfläche pro Person von  ca. 14 m² auf mittlerweile ca. 49 m² erhöht - Tendenz weiter steigend. Auch der Flächenbedarf für Infrastruktur, naturschutzrechtliche Kompensation, Produktion von Futtermittel und nachwachsenden Rohstoffen und die Verwertung von Gülle und Gärresten usw. wird immer größer.
 
Für Privatpersonen ist es schwierig auf Straßenbaumaßnahmen, Gewerbe- und Wohnsiedlungsplanung oder beim Ausbau von Infrastruktur Einfluss zu nehmen. Wo sehen Sie Möglichkeiten für Privatpersonen Boden zu schützen?
 
Heuer: Da gibt es einige Ansätze. Vor allem, wenn ich an Gartenbesitzer denke. Wenn sie ihre Beete immer mit Mulch bedeckt haben, schützt das den Boden vor Austrocknung und Erosion. Dadurch werden die Bodenbewohner mit Nahrung und die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Generell gilt, den Boden so wenig wie möglich - und schon gar nicht bei Nässe - zu bearbeiten. Das schont die Poren und den Lebensraum der Tierchen, weil der Boden dann nicht so schnell verdichtet.
 
Wieso ist dichter Boden schlecht?
 
Heuer: Dichtem Boden fehlt es oft an Kalk. Der ist zum einen wichtig für die Nährstoffversorgung der Pflanzen, aber auch, um eine Versauerung des Bodens zu vermeiden. Ein neutrales Bodenmilieu ist eine der Voraussetzungen für ein intensives Bodenleben, durch das Streu abgebaut und Humus freigesetzt werden kann. Dadurch wird der Boden locker, krümelig und nährstoffreich. Kalk ist auch wichtig, um den Stickstoff aus der Luft im Boden zu binden. Kalk sollte unbedingt aufgetragen werden, wenn es trocken ist, damit die Nährstoffe direkt aufgenommen und  nicht vom Regen ausgewaschen werden - und zwar in Maßen.
 
In Maßen düngen - wie geht das? Woher weiß ich wie viel Kalk oder anderen Dünger ich benötige?
 
Heuer: Durch Mulch und Kompost ist die Nährstoffversorgung oftmals schon ausreichend. Im Zweifel kann ich eine Nährstoffuntersuchung meines Bodens machen lassen. Gartencenter bieten gelegentlich Bodentest-Aktionen an. Dadurch werden Fehler wie Überdüngung vermieden. Außerdem spare ich Kosten und auch Rohstoffe.
 
In meiner Kindheit als noch Feuerchen im Garten verbreitet waren, haben viele die Asche in ihrem Boden vergraben in dem Glauben, dem Boden was Gutes zu tun.
 
Heuer: Solange trocken abgelagertes Holz verbrannt wird, gibt es da auch keine Einwände. Problematisch wird es allerdings, wenn Abfälle im Garten verbrannt werden. Da können schon mal schadstoffhaltige Rückstände und Schwermetalle in der Asche enthalten sein. Also, diese Asche besser nicht im Garten verstreuen. Das gilt übrigens auch für Laub von Bäumen an Straßen oder Bodenaushub, dessen Herkunft nicht bekannt ist. Und bitte unbedingt auf Pflanzenschutzmittel verzichten.  
 
Neben dem richtigen Düngen, was kann ich als Gartenbesitzer noch Gutes für den Boden tun?
 
Heuer: Beispielsweise auf eingewanderte Pflanzen wie Lorbeerkirsche, Rhododendron, Douglasie, Robinie, etc. verzichten. Die Streu dieser Pflanzen mineralisiert nur sehr langsam und fördert das Versauern der Böden. Und natürlich so wenig Fläche wie möglich versiegeln. Schotter, Kieswaben, Trittsteine, Mulch und wasserdurchlässige Pflastersteine sind gute Alternativen für Garten- und auch Hausbesitzer.
 
Bei Fragen sind die Mitarbeiter der Bodenschutzbehörde des Kreises Steinfurt zu erreichen unter Telefon 02551/691469. Auch die Mitarbeiter im Kreislehrgarten geben Auskunft zum richtigen Düngen, Telefon 02551 / 833 388.

 
 
Werbung