Exhibitionisten und Belästigungen

Die Altenberger Bevölkerung möchte gemeinsam Barrieren abbauen. Noch in der vergangenen Woche fand der deutsch-arabische Dialog statt. Foto: privat

Greven

Altenberge (ots). In den vergangenen Tagen sind bei der Polizei Anzeigen wegen exhibitionistischer Handlungen und sexueller Beleidigungen erstattet worden.

 

Ein Teil der angezeigten Straftaten ereignete sich bereits vor mehr als zwei Wochen.

Am Sonntagabend (10. Januar) gegen 19 Uhr hat sich ein etwa 25-jähriger Mann einer Frau beim Verlassen des Hallenbades in schamverletzender Weise gezeigt. Der Mann war mit einer blauen Jacke und einer Jogginghose bekleidet. Er trug eine Mütze und hatte einen dunklen Teint. Am Montagvormittag (25. Januar) gegen 11.15 Uhr, hat sich ein Exhibitionist einer Frau in einem Zug auf der Fahrt von Münster nach Altenberge in schamverletzender Weise gezeigt. Der Täter, ein etwa 30 Jahre alter Mann, stieg in Altenberge aus. Der Mann war etwa 175 cm groß, hatte einen dunklen Teint und schwarzes Haar. Bekleidet war er mit einer Jeans und einer Joggingjacke mit blauen Streifen an den Schultern. Am Montagmorgen (11. Januar) ist eine Verkäuferin in einem Verbrauchermarkt am Marktplatz von einem etwa 50-jährigen Mann unsittlich berührt worden. Der Täter war etwa 185 cm groß, schlank, hatte dunk­les kurzes Haar und einen dunklen Teint. Auf der Königstraße ist am Freitag­nachmittag eine Frau auf der Königstraße von einem Mann in englischer Sprache angesprochen worden. Er machte ihr gegenüber dabei obszöne Gesten. Der Mann war etwa 25 bis 30 Jahre alt, etwa 185 cm groß, schlank und hatte kurzes schwarzes Haar. Bekleidet war er mit einer schwarzen Jacke mit Fellkragen. Die Polizei sucht in allen Fällen nach Zeugen. Hinweise bitte an die Polizei in Greven, Telefon 02571 / 928-4455.

So sehen die Daten und Fakten der zur Anzeige gebrachten Vorfälle aus. Altenberges Bürgermeister Jochen Paus musste sich am Montag­abend im Rat schwere Vorwürfe anhören, die Vorfälle absichtlich verschwiegen zu haben. Dagegen wehrte sich der Bürgermeister vehement, schließlich seien alle Belästigungen zur Anzeige gebracht worden. Noch in der vergangenen Woche versammelten sich überdies Altenberger Bürger zum deutsch arabischen Dialog im Bürgersaal.

Deutlich ging aus den Gesprächsbeiträgen, die Pastor Ulf Schlien mithilfe eines arabischen und eines kurdischen Dolmetschers moderierte, hervor, wie sehr sich die Flüchtlingsgemeinschaft mit den Vorfällen von Köln beschäftigt. Einige bedankten sich explizit für die Möglichkeit, in diesem Dialog die eigene Empörung formulieren zu dürfen. Bestürzt waren auch viele, als sie von den angezeigten Belästigungen hörten, die in Altenberge vorgefallen sind. Einigkeit herrschte, dass die Fälle schnell aufgeklärt werden sollten. Dies helfe auch, das gegenseitige Vertrauen wieder zu stärken. „Künftig besser aufeinander achten und gemeinsam die Augen offen halten“, formulierte Pastor Ulf Schlien als eine Möglichkeit, der Problematik zu begegnen. Mehr gegenseitiger Respekt und mehr Dialog, um weiter kulturelle Barrieren abbauen zu können, gehörten ebenfalls zum Fazit der Veranstaltung.

Ein 50-jähriger Syrer ist übrigens mittlerweile geständig, damit sind zwei der vier Vorfälle geklärt. Nicht erst seit den Vorfällen im vergangenen Monat fahre die Polizei im gesamten Kreis Steinfurt verstärkt Streife, erklärte Polizeipressesprecher Reiner Schöttler. Dabei würden gezielt auch Flüchtlingsunterkünfte angesteuert. Dort investiere die Polizei eine Menge Personal. Insgesamt bewegten sich die Zwischenfälle nach dem verstärkten Zustrom von Flüchtlingen auf einem niedrigen Niveau, so der Polizeisprecher.


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