Greven (sf). Endlich ist die Unterkunft für insgesamt 24 Flüchtlinge an der Bispingallee so weit fertig gestellt, dass sie komplett bezugsfertig ist.
Bereits seit Dezember bewohnen sechs Asylsuchende einen Teil des Hauses. Bevor in der nächsten Woche auch in der zweiten Haushälfte die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen, lud die Gemeindeverwaltung interessierte Bürger zur Besichtigung ein. Zahlreiche Nordwalder nutzten die Gelegenheit und wurden von den jungen Männern sehr gastfreundlich empfangen.
Die Wohneinrichtung am Bispinghof ist nun bezugsfertig. Möglichst soll in Nordwalde auch weiterhin auf Container-Dörfer verzichtet werden. Foto: Simone FriedrichsDie sechs jungen Männer, die bereits die eine Hälfte des Hauses bewohnen, haben sich gut eingelebt und sprechen nach vier Monaten auch schon erstaunlich gut deutsch. Durch die Fördermaßnahmen für „Vorranggruppen“ aus Syrien, Iran, Irak und Eritrea, die Ende Oktober vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf den Markt kamen, mussten die Sprachkurse nun allerdings neu aufgestellt werden. Nach einer arbeitsreichen und hektischen Orientierungsphase haben der „Schlaumacher“ und die evangelische Kirchengemeinde mit zwei Kooperationspartnern ein Angebot mit Plätzen für rund 90 Flüchtlinge aufgelegt, die jeden Tag drei bis vier Stunden Unterricht erhalten. Für zwei Einsteigerkurse mit rund 20 Teilnehmern nach dem alten Kursmodell für die Flüchtlinge, die nicht zu den Vorranggruppen gehören, muss etwas Neues organisiert werden.
In der Gemeinde Nordwalde leben aktuell 213 Asylbewerber (Stand 18. Januar 2016) im laufenden Asylverfahren. Neun bereits anerkannte Personen (von insgesamt zehn anerkannten) leben nach wie vor in Asylbewerberunterkünften, da sie derzeit keinen eigenen Wohnraum in Nordwalde finden können. Somit werden 222 Flüchtlinge von der Gemeinde untergebracht.
Seit Anfang Oktober sind elf Personen aus dem Balkan freiwillig ausgereist. Eine dreiköpfige Familie aus Mazedonien ist ausgewiesen worden. Unter den 213 Asylbewerbern befinden sich 108 Einzelpersonen sowie 27 Familien mit insgesamt 56 Kindern. Die Staatsangehörigkeiten teilen sich folgendermaßen auf: Ägypten 4, Irak 15, Serbien 5, Afghanistan 12, Iran 2, Syrien 109, Albanien 22, Indien 5, Algerien 9, Libanon 4, Bangladesch 2, Marokko 2, Eritrea 2, Mazedonien 11, Georgien 1, Nigeria 4, Ghana 2, Pakistan 2.
Die Unterbringung erfolgt ab Februar in 28 verschiedenen Unterkünften, die über den Ort verteilt sind. Die Einrichtung am Bsipinghof ist für 24 Personen ausgelegt, links nur Männer, rechts Familien. Eventuell kann auf insgesamt 36 Personen aufgestockt werden. „Container-Dörfer wollen wir möglichst vermeiden. Auch eingezäunt wird hier nichts“, betont Bürgermeisterin Sonja Schemmann. Die Zimmer sind warm und wohnlich, es gibt eine Küche, zwei separate Duschen und zwei WCs pro Flur.
Klaus Kormann, Ansprechpartner für die Möbelbörse (Kontakt am besten per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon 02573 / 979403) braucht dringend Kräfte zum Anpacken. Derzeit werden nur noch Kleinmöbel angenommen.
Die Kleiderkammer ist in das Trendelkamp-Gebäude umgezogen und hatte einen ersten Probelauf mit neuen Öffnungszeiten. Ebenso wird neben einer Zulassungskarte ein kleiner Geldbetrag (Schutzgebühr) für die Kleidung gefordert. Diese Maßnahmen haben zu einem guten und geordneten Neustart der Kleiderkammer geführt. Die Öffnungszeiten sind freitags von 15 von 17 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.
Benötigt werden weiterhin Staubsauger, Wasserkocher, Wäscheständer, Koffer, Reisetaschen, Sporttaschen, DVDs, DVD-Player, Schwimmkleidung, Sportbekleidung, Schulbedarf, Tornister, Federtaschen, Tuschkasten, Fahrradhelme Fahrrad-Kindersitze, Handschuhe, Mützen, Kleidung/Schuhe in kleinen Herren- und Teenagergrößen.
Das Café International findet an jedem dritten Samstag des Monats von 15 bis 17 Uhr statt. Es ist eine niedrigschwellige Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch oder in Kontakt zu kommen. Auch kann es als Infobörse dienen, wenn sich Vereine wie zum Beispiel DLRG oder SCN mit Aktionen oder Informationen beteiligen. Das nächste Café International findet am 20. Februar im Gemeindesaal der Christuskirche statt.