Nordwalde / Coesfeld / Münsterland. Mit großer Mehrheit bestärken die Vertreter der Evangelischen Kirche im Westmünsterland den Trägerverein der Evangelischen Jugendbildungsstätte Nordwalde, zukünftig eine begrenzte Anzahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in dem Bildungshaus unterzubringen und pädagogisch zu begleiten.
Während einer Sondersynode des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken sprachen sich die annähernd 100 Synodalvertreter aus den 20 Kirchengemeinden und Diensten des Kirchenkreises für einen Teilausbau des Bildungshauses zu einer Jugendhilfeeinrichtung aus.
„Als Evangelische Kirche sehen wir es als unsere selbstverständliche Pflicht im Rahmen unseres Auftrags an, nach unseren Möglichkeiten hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche in einer Notsituation zu unterstützen“, kommentiert Superintendent Joachim Anicker eine Anfrage des Kreisjugendamtes Steinfurt nach der Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Nordwalde vom Herbst 2015. Das evangelische Bildungshaus soll damit in den kommenden Monaten in Teilen umgestaltet werden zu einer Einrichtung der Jugendhilfe – eine Voraussetzung für die Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Bernd Hillebrand, Leiter der Jubi, sieht die Aufnahme von bis zu neun minderjährigen Flüchtlingen in der Einrichtung als möglich an.
„Zeitgleich führen wir unsere Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Nordwalde in gewohnter Weise fort“, erklärt der Diplom-Pädagoge. Eine Arbeit mit jungen Flüchtlingen aus anderen Kulturkreisen passe gut zu der bisherigen inklusiven und integrativen Ausrichtung der Jugendbildungsstätte. Auf die Frage nach der langfristigen Zukunft der Jubi erklärt Hillebrand: „Bis zur Sommersynode des Kirchenkreises soll ein Konzept vorliegen, den wirtschaftlichen Tagungsbetrieb und die pädagogische Arbeit in der Jubi über 2020 hinaus, womöglich in Kombination mit einem Inklusionshotel, fortzuführen.“ In der Jugendbildungsstätte fanden seit Herbst vergangenen Jahres bereits rund ein Dutzend erwachsene Flüchtlinge und ihre Familien in Kooperation mit der Gemeinde Nordwalde eine Unterkunft.