Greven. „Wie veränderte die Industrielle Revolution das Leben der Menschen im Münsterland?“
Unter dieser Leitfrage erforschen Schüler der Gesamtschule Greven zurzeit die Geschichte der Firma Biederlack & Temming sowie der Grevener Baumwollspinnerei seit den 1880er Jahren.
Im Rahmen thematischer Führungen durch das Stadtarchiv Greven bot das Archivteam, Dr. Stefan Schröder und Angelika Haves, den Schülern aller fünf achten Klassen ein eindrucksvolles Bild der vielfältigen Quellen zur Geschichte ihrer heimischen Textilindustrie. So konnten die Jugendlichen Baupläne der ersten Arbeiterwohnungen ebenso unter die Lupe nehmen wie zeitgenössische Arbeitsordnungen, Fotos aus dem Inneren der Fabriken oder Zeitungsberichte, über Spannungen als Resultat erster gewerkschaftlicher Organisation.
„Das Stadtarchiv Greven ist die zentrale Stelle für Forschungen zur Grevener Geschichte und steht allen Interessierten offen, unsere ältesten Archivalien reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück“, erklärt Dr. Schröder. „Für Schulklassen gehört die Arbeit zu historischen Themen wie Industrialisierung, Erster Weltkrieg oder Nationalsozialismus zum archivpädagogischen Programm.“ Und Dr. Peter Benken, Fachvorsitzender des Fachbereiches Gesellschaftslehre, fügt hinzu: „Geschichte wird für Jugendliche auf neue Weise fassbar, wenn sie, um nur ein Beispiel zu nennen, das Original einer alten Handschrift entziffern und dabei selbst entdecken, wie hart ihre eigenen Altersgenossen vor 100 Jahren in den Fabriken arbeiten mussten. Daher sind außerschulische Lernorte wie das Stadtarchiv für unseren Unterricht so wichtig – und ich freue mich sehr, dass wir hier eine neue Projektpartnerschaft beginnen können.“