Filmpremiere im Projekt „Aufwachen! # EuropaMachen“ in Rheine

Kurzmeldungen

Rheine. Die Suche nach einem Ankerpunkt, nach Halt und Heimat ist im Leben eines Menschen immer wieder aktuell. Das Metropoli von Heinz Schulte und der Arbeitskreis „Historische Filmdokumente“ haben daher für Filmfreunde und für solche, die aktuell auf der Suche nach einem Raum zur Entfaltung sind, im Rahmen des Projektes „Aufwachen!! #EuropaMachen“, einen besonderen Höhepunkt geschaffen. Das Medienzentrum für Westfalen zeigt im Rahmen einer Zweitpremiere am Mittwoch (22. Mai 2019) um 17 Uhr im Cinetech-Kino an der Surenburgstraße das westfälische Roadmovie „ORTEN“. Der Film erzählt die Geschichten von jungen Menschen, die in Westfalen angekommen sind und die aus ganz unterschiedlichen Gründen hier etwas für sich und ihr Leben gefunden haben. Eingeladen sind alle am Thema Interessierten oder betroffenen Menschen. Der Eintritt ist aufgrund des Sponsorings der Cinetech-Geschäftsführung frei.

Ein Roadmovie ist ein Filmgenre, dessen Handlung überwiegend auf Straßen stattfindet, in dem die Reise zur Metapher für die Suche nach Freiheit, Identität oder Heimat wird. Historiker Prof. Dr. Markus Köster vom LWL-Medienzentrum für Westfalen wird in den Film der ebenfalls anwesenden Regisseurin Margit Schild einführen. Im Film macht sich ein Filmteam aus jungen Migranten auf den Weg. Unterwegs ins in Städten und Landschaften der Region berichten sie von ihren Wünschen, Träumen, Anstrengungen und Sorgen, ihren Ideen von Heimat, von Chancen, die sich bieten und die sie ergriffen haben. Sie erzählen vom Ankommen und davon, genau hier am richtigen Platz zu sein. Die Landschaften und Städte, die ORTEN durchfährt, bieten in ihrer konkreten Gestalt einen Resonanzboden für Vertrautes. Gleichzeitig befremden und irritieren sie, werfen Ungewissheiten und Fragen auf. Sie sind das, was einem „nach einer sieben Tage dauernden Flucht im LKW“ zuerst in einem neuen Land begegnet. Sie sind aber auch Ausgangspunkt und Stoff für weitere Geschichten, für die Ankommenden ein „weißes Blatt Papier“. Welche Hoffnungen existieren bei den Menschen, wenn die Biografie ganz woanders begann und – oftmals ungewollt – in Deutschland strandet? Was für Ideen gibt es nach dem Durchschreiten mehrerer Länder und nach einem zunächst  immerwährenden Neubeginn? Welche Zukünfte werden ersonnen, wenn Krieg im Herkunftsland eine Rückkehr verhindert?

Die in Berlin und Kanada lebende Regisseurin Margit Schild wird dem Publikum die Hintergründe zu dem Film erklären und sich auch den Fragen aus dem Publikum stellen. Der Film wird als Zweitpremiere aufgeführt, weil er im Rahmen dieser Veranstaltung erstmals als DVD in das Programm des LWL-Medienzentrums Münster aufgenommen wird.


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