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So, Dez

Plastik gehört nicht in die Biomüll-Tonne

Stefan Wernsmann vor der Vitrine im Bioenergiepark Saerbeck, wo besondere „Fundstücke“ aus dem Biomüll gezeigt werden. Foto: Tholl

Emsdetten

Kreis Steinfurt (at). Was darf nun eigentlich in die Biomüll-Tonne und was nicht? „Wir in Detten“ sprach mit Stefan Wernsmann, Betriebsleitung des Kompostwerks in Saerbeck.

Die Vermutung vieler Bürger, dass Biomüllbeutel nicht erlaubt sind, ist zumindest hier im Kreis Steinfurt falsch. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Kompostwerken stellen diese im Kompostwerk Saerbeck kein Problem dar. „Solange das Keimling-Symbol auf der Verpackung abgedruckt ist, dürfen Biomüllbeutel genutzt werden“, erzählt Stefan Wernsmann, Betriebsleiter des Kompostwerks Saerbeck. „Wir haben bei uns im Kompostwerk entsprechende Tests gemacht. In unserem Kompostwerk ist der Biomüll mindestens neun Wochen in der Vergärung und Kompostierung, dadurch werden sie fast vollständig abgebaut.“

Was nicht in die Biotonne gehört, sollte eigentlich klar sein: Gläser mit abgelaufenen Lebensmitteln zum Beispiel – wenn Glas durch mechanische Behandlung in kleine Scherben zerbricht, ist es sehr schwierig, diese wieder aus dem Kompost herauszusieben. Oder aber Elektromüll, Farbeimer, Fußbälle – sogar Puppenköpfe wurden bereits aus dem Biomüll gefischt. Auch Bauschutt hat nichts in der Tonne zu suchen, ebensowenig wie Bäckertüten, Servietten und Zeitungspapier. „Zwar tolerieren wir ein wenig Zeitungspapier oder Küchenkrepp, zum Beispiel um im Winter das Festfrieren des Biomülls in der Tonne zu verhindern.

Aber prinzipiell gehört es nicht in die Tonne, denn dafür gibt es Papiermülltonnen“, so Stefan Wernsmann. Die Müllwagenfahrer haben eine Kamera, mit der sie beim Ausleeren der Tonnen sehen können, was im Müllwagen landet. Vor Kurzem fand wieder eine „Bewertung“ des Biomülls im Kompostwerk statt. Maximal sieben Prozent „Fehlwürfe“ sind erlaubt, die meisten Städte liegen inzwischen zum Glück darunter. Städte, die mehr als diese sieben Prozent Fehlwürfe hatten, mussten allerdings tief in die Tasche greifen: So wurde an dem Tag die komplette Biomüll-Anlieferung nicht nach Biomüll, sondern nach Restmüll berechnet. Das wiederum hat zur Folge, dass für alle Bürger der entsprechenden Orte die Müllgebühren steigen könnten, wird doch Restmüll deutlich teurer berechnet als Biomüll.

In die Biotonne gehören

Kompostierbare Abfälle aus Küche und Garten, z.B.: Speisereste (roh, gekocht, verdorben), Obst- und Gemüseabfälle, Tee- und Kaffeefilter, Knochen, Gartenabfälle, Kleintierstreu, Eierschalen, Topf- und Schnittblumen

Zur Sammlung in der Küche geeignet:  Papiertüten, kompostierbare Beutel zum Beispiel aus Maisstärke, Zeitungspapier oder Küchenkrepp


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