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Mi, Mai

Wenn Eltern sterben

Ina Kerkering (l.) und Bernadette Brinkmann leiten das neue Angebot. Foto: Haus Hannah

Emsdetten

Emsdetten. „Wenn die Eltern sterben, beginnt für viele Töchter und Söhne eine Zeitreise der besonderen Art“, weiß Bernadette Brinkmann vom Kompetenzzentrum Trauer im Hospiz Haus Hannah. Sterben alte Eltern nach einem langen und erfüllten Leben, ist das der Lauf der Dinge, dann darf man froh sein, damit kann man sich versöhnen. Doch ist das immer so?

Auch der Verlust der alten Eltern ist ein Verlust, der Erinnerungen und vielschichtige Gefühle mit sich bringt. Wenn Eltern in hohem Alter sterben, können Kinder zurückbleiben, die sich – selbst vielleicht schon 50 oder 60 Jahre alt und Eltern erwachsener Kinder – verwaist fühlen. „Der Verlust beider Eltern bedeutet für Kinder immer das endgültige Ende der Kindheit. Diese Trauer, die Menschen zweifellos auch beim Tod eines schon alten Elternteils empfinden, will gefühlt, gesehen und gewürdigt werden“, sagt Brinkmann.

Aus ihrer Erfahrung als zertifizierte Trauerbegleiterin im Haus Hannah hat die Diplom-Sozialpädagogin häufig Kontakt zu Menschen, die um ihre schon betagten Eltern trauern. Und gerade weil der Tod nach einem langen Leben das ist, was sich viele Menschen wünschen, und das Sterben im hohen Alter häufig mit „Frieden finden“ und „endlich angekommen“ überschrieben wird, ist die Akzeptanz für eine andauernde Trauer oft eher nicht so groß. Das Angebot im Haus Hannah „Trauer um die alten Eltern“ möchte Erwachsenen, die um den Verlust ihrer Eltern trauern, die Möglichkeit bieten, in einer geschlossenen Gruppe an insgesamt vier Abenden Ruhe und Klarheit zu finden.

Mit Anregungen, Texten und im Austausch mit anderen Trauernden setzen sich die Teilnehmer mit ihrer Situation auseinander. Das Angebot richtet sich an alle Betroffenen im Kreis Steinfurt und ist unabhängig von einem Bezug zum Haus Hannah. Das erste Treffen findet am Dienstag (14. Mai) von 18 bis 20 Uhr im Hospiz Haus Hannah statt. Weitere Termine sind der 21. Mai, 4. Juni sowie der 18. Juni. Der Kostenbeitrag für alle vier Abende beträgt 24 Euro. 

Eine Anmeldung wird erbeten bei Bernadette Brinkmann unter der Telefonnummer 02572 / 951070.


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