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Mi, Jun

Verabschiedung beim Caritasverband

Ralf Wicher (2. von rechts) mit seiner Frau Andrea, eingerahmt von Caritasvorstand Bernward Stelljes (links) und Fachbereichsleiter Helmut Henrich. Foto: Caritas

Emsdetten

Emsdetten/Greven/Saerbeck. Noch in der Tür zu Westers Scheunen-Café in Emsdetten hieß es, „ich muss noch mal ganz kurz dienstlich…“. Etliche herzliche Umarmungen und viel Händeschütteln später konnte sich Ralf Wicher dann setzen, an den langen Tisch mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Caritasverband Emsdetten-Greven.

Sie verabschiedeten den Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung und Mitarbeiter des Ambulant-Betreuten Wohnens nach 32 Jahren beim Verband und 46 Jahren im Beruf. Ralf Wicher hat die Ambulante Psychiatrische Pflege mit aufgebaut und später im Ambulant-Betreuten Wohnen für psychisch kranke und suchtkranke Menschen gearbeitet. Dieser Bereich ist inzwischen ein großes Arbeitsfeld des Verbands geworden, sagte Caritasvorstand Bernward Stelljes. Außerdem war Ralf Wicher mehrere Jahre Vorsitzender der Mitarbeitervertretung. Bernward Stelljes bescheinigte dem frisch gebackenen Ruheständler eine „bedeutende Leistung“ und erklärte: „Ich habe mich als Chef bei dir zu bedanken für deine hilfreiche und erfolgreiche Arbeit und die sehr gute Zusammenarbeit.“ 

Die Entwicklung in der Psychiatrie seit Ralf Wichers Berufsstart 1973 als Pfleger in Münster zeichnete Fachbereichsleiter Helmut Henrich nach: vom Wegschließen mit Pflegern als Wärter über die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen in den 1980er Jahren bis zur Entwicklung der Leitlinie „ambulant vor stationär“ und heutigen modernen Betreuungsformen, wie sie der Caritasverband anbietet. „Du hast durch deine Art vielen Menschen geholfen oder auch erst den Weg zu Hilfen geöffnet“, sagte Helmut Henrich und attestierte Ralf Wicher „große Fachlichkeit, dazu Echtheit und Ehrlichkeit“.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschiedeten sich bei ihrem Chef mit einem selbst gedichteten Lied im Chor. Etwas wehmütiges Lob kam auch von Ansgar Kaul, in dessen Fachbereich Ralf Wicher lange die Sozialstation verantwortete.
„Ich bin in der psychia­trischen Pflege in schlimmen Zeiten gestartet“, sagte Ralf Wicher. Als er vom Posten der Stationsleitung Suchtaufnahme an der LWL-Klinik seiner Frau Andrea 1987 zum Caritasverband gefolgt sei, habe er es besser machen wollen: frühzeitig ambulant statt später stationär helfen. Das sei mit den Angeboten der Caritas gelungen, zunächst als Modellprojekt, dann in immer größerem Umfang. „Ich verlasse ein tolles Team“, bedankte sich Ralf Wicher bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.


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