Drohnenpiloten im Einsatz gegen den Mähtod

Jan-Hendrik Lührmann mit Rehkitz: Es werden Handschuhe getragen und die Tiere zusätzlich in großen Gras-Büscheln aufgenommen, damit kein Fremdgeruch (Mensch) an die Kitze gelangt; die Mutter würde diese sonst nicht mehr annehmen. Foto: Hegering Emsdetten

Emsdetten

Emsdetten. In diesen Tagen beginnen die Landwirte mit dem Mähen ihrer Wiesen – besonders jungen Rehkitzen droht damit der Tod durchs Mähwerk.

Für die Drohnenpiloten des Hegerings Emsdetten ging es darum auch in der vergangenen Woche am Vatertag sehr früh aus den warmen Federn: Um 4.30 Uhr waren Philipp Bücker, Johannes Wilken, Torsten Feldkamp, Björn Winter und Jan-Hendrik Lührmann bereits in den Revieren um Sinningen herum zur Tierrettung unterwegs. „Wir müssen früh raus, denn dann ist das Wärmebild der lebenden Rehkinder am besten zu erkennen. In den Mittagsstunden würden erwärmte Flächen durch Sonneneinstrahlung häufig zu Fehlbildern führen“, so Björn Winter.

Der Drohnenpilot fliegt die Wiese ab, lokalisiert das im Feld liegende Rehkitz, schickt seine „Buschmänner“ los. „Diese decken die Kitze vorerst mit Körben ab, damit die Wiese bis zum Ende abgesucht werden kann“, erklärt Jan-Hendrik Lührmann.

„Nach vollständigem Abschluss der Suche werden die Kitze in ein unmittelbar sicheres Umfeld transportiert, wo die Ricke sie nach Ablage innerhalb von 15 bis 30 Minuten auffindet“, fügt Torsten Feldkamp hinzu.
Wenn die Flächen größer sind und die Mahd länger dauert, bleiben die Kitze bis zu zwei Stunden unter den Körben. „Kein Problem für die jungen Tiere“, erklärt Johannes Wilken. Wichtig sei, dass Spaziergänger die Kitze nicht freiließen.

Die Piloten stehen in Kontakt mit dem Landwirt und nach Ende der Mäharbeiten werden die Rehkitze sofort wieder freigelassen und können von der Mutter versorgt werden. Bei dieser gemeinschaftlichen Aktion waren das Zusammenspiel und die Organisation zwischen Landwirt Epping und den Jägern vorbildlich. Denn das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Sieben Rehkitze und ein Entengelege wurden gerettet“, zieht Philipp Bücker stolz Bilanz.

Die kleinen Rehkitze werden auf den Feldern in Wäschekörben in Sicherheit gebracht.  Foto: Hegering Emsdetten


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