Die Mobilität der Menschen weiterentwickeln

Auf den Bild (v.l.): Felix Hermes, Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung und Umwelt und Thorsten Rösch, Mobilitätsmanager der Stadt Emsdetten. Foto: Stadt Emsdetten

Emsdetten

Emsdetten. Mit dem 36-jährigen Thorsten Rösch hat die Stadt Emsdetten seit Mai einen Mobilitätsmanager, der den Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt von Leiter Felix Hermes ergänzt und sich gezielt der Mobilität in und um Emsdetten widmet.

In einem Interview mit der Stadt spricht er über seine beruflichen Erfahrungen und Visionen. Rösch fasste nach seinem Geographie-Studium Fuß im Landratsamt Göppingen, wo er sich im Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur primär um die Themen Radverkehr und ÖPNV kümmerte. Im Jahr 2015 wechselte er in das Bezirksamt Eimsbüttel in Hamburg. Dort setzte er sich für nachhaltige Mobilität, insbesondere im Radverkehr, ein. Mittlerweile ist Thorsten Rösch wieder in seine Heimat zurückgekehrt und lebt mit seiner Frau in Rheine.

Herr Rösch, was reizt Sie an Ihrem Beruf?
Mobilität ist für alle Menschen ein wichtiges Thema, da wir alle auf unterschiedliche Art und Weise mobil sind. Die Mobilität der Menschen mit den Menschen unter Berücksichtigung des Klimawandels weiterzuentwickeln, reizt mich dabei sehr.

Gibt es denn Mobilitätsprojekte, die Sie durch Ihre berufliche Tätigkeit schon initiieren oder vorantreiben konnten?

Ja, in Göppingen habe ich dazu beigetragen, dass der Landkreis als Erster durch das Land Baden-Württemberg als „Fahrradfreundlicher Landkreis“ ausgezeichnet wurde. Geholfen hat dabei, dass wir das Radwegenetz erweitert, touristische Radrouten beschildert und Radaktionstage durchgeführt haben. Später habe ich im Bezirksamt Eimsbüttel daran mitgewirkt, das Veloroutennetz mit mehr als 22 Kilometern Radverkehrsanlagen auszubauen. Noch dazu haben wir mit Schülerinnen und Schülern Schulwege sicherer gestaltet und in einem EU-Projekt Maßnahmen für eine bessere Mobilität von Seniorinnen und Senioren erarbeitet.

Jetzt hat Sie ihr beruflicher Weg wieder zurück nach NRW geführt. Was hat Sie dazu bewogen, sich als Mobilitätsmanager der Stadt Emsdetten zu bewerben?

Mobilitätsmanagement gewinnt in immer mehr Kommunen einen größeren Stellenwert. Nachdem ich mich zuletzt überwiegend mit dem Infrastrukturausbau beschäftigt habe, möchte ich mich dem Thema Mobilität nun auch aus anderen Blickwinkeln widmen. Im Mobilitätsmanagement ist dies möglich und insbesondere das Land NRW ist in diesem Bereich Vorreiter. Die Stelle in Emsdetten hat mich besonders angesprochen, weil in Emsdetten ein Mobilitätskonzept erarbeitet werden soll – ein Schritt, den ich sehr wichtig finde. Die Stadt hat durch Auszeichnungen wie dem European Energy Award bereits zeigen können, dass ihr dabei das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist.

In welchen Punkten könnte die Mobilität in Emsdetten denn noch besser werden, Herr Rösch?

Die meisten Städte in Deutschland sind weiterhin stark durch das Leitbild der autogerechten Stadt geprägt. Auch, wenn die Bürgerinnen und Bürger sehr viel mit dem Rad unterwegs sind, ist dies auch in Emsdetten noch der Fall. Hier möchte ich ansetzen. Mobilität beinhaltet aber nicht nur breite und sichere Rad- und Gehwege oder eine barrierefreie Infrastruktur. Die Stadt muss auch attraktiv und lebenswert sein. Daran möchte ich aktiv mitarbeiten.

Abschließend ein Blick in die Zukunft: Welche Bedeutung hat der Radverkehr in Emsdetten heute und in den kommenden Jahren?

Eine sehr große! Das gilt es nicht nur zu erhalten, sondern für die Zukunft weiter auszubauen. Die Stadt ist aufgrund ihrer kompakten Struktur ideal für das Radfahren. Aber auch längere Distanzen in der Region können über Radschnellwege in Zukunft deutlich attraktiver werden.

Zum Mobilitätskonzept der Stadt Emsdetten

Die Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes der Stadt Emsdetten wurde im Februar 2021 ausgeschrieben und befindet sich aktuell in den letzten Zügen des zweistufigen Ausschreibungsverfahrens. Am Dienstag, 11. Mai, und Mittwoch, 12. Mai, stellten die in der ersten Stufe ausgewählten Büros ihre Angebote dem Lenkungskreis Mobilität vor. Auf dieser Basis trifft der Lenkungskreis, bestehend aus Verwaltungsmitarbeitenden sowie Politikerinnen und Politikern, eine Entscheidung über die Vergabe. Letztere wird Anfang Juni im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität (AKUM) bekanntgegeben. Danach beginnt die Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes durch das ausgewählte Büro, das weiterhin durch den Lenkungskreis Mobilität begleitet wird.


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