Emsdettener Jugendbefragung

Die Ergebnisse einer Umfrage unter jungen Menschen aus Emsdetten können jetzt unter www.13drei.de/umfrage eingesehen werden. Foto: AdobeStock

Emsdetten

Emsdetten. Im Mai hatte das Team der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) des Treffpunkts 13drei alle jungen Menschen zwischen 15 und 30 Jahren dazu aufgerufen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Es ging darum, die „Sichtweisen von jungen Menschen aus Emsdetten, in Zeiten von Corona“ zu verdeutlichen.

„Uns ging es vor allem darum zu zeigen, wie es jungen Menschen aus Emsdetten in dieser Krise geht. Bundesweit gab es da schon einige Erhebungen und in den Medien hat man in letzter Zeit auch vermehrt gehört, dass junge Menschen vor allem die Leidtragenden dieser Pandemie sind. Wir wollten aber jetzt mal hören, wie es hier vor Ort ist“, erzählt Joachim Lemke aus dem 13drei-Team.

„Es ist ein Auftrag der OKJA, junge Menschen dabei zu unterstützen, teilzuhaben an unserer Gesellschaft und ihnen eine Plattform für ihre Bedarfe, Ideen, Sichtweisen und Sorgen zu geben. Und das haben wir jetzt gemacht“, berichtet er weiter.

Ab sofort sind die Ergebnisse unter www.13drei.de/umfrage einzusehen. „Wir haben uns total gefreut, dass so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitgemacht haben. Insgesamt 177, vor allem zwischen 15 und 20 Jahren, meistens weiblich und Schüler an einem Gymnasium, wenn man das mal so verkürzt darstellen darf. Aber genau das ist der Punkt: Wir wissen, dass die Befragung mit 46 Fragen lang war und an manchen Stellen auch recht anspruchsvoll. Wir können aus den Ergebnissen häufig ableiten, dass vor allem junge Menschen teilgenommen haben, denen es von Haus aus eher gut geht. Sie sind technisch gut ausgestattet, erfahren zuhause emotionalen Support und müssen sich weniger Sorgen über Geld machen. Trotzdem sprechen die Ergebnisse für sich: es gibt teils deutliche Folgen der Corona-Pandemie im Leben junger Menschen, auch in Emsdetten. Beispielsweise hat etwa die Hälfte aller Befragten geantwortet, dass sie tendenziell Angst vor ihrer Zukunft haben. Und die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben ist auf einer Skala von 0 bis 10 im Durchschnitt um 2 Punkte gefallen auf 6, vorher 8. Es stellt sich also ganz deutlich die Frage, wie es den jungen Menschen geht, die nicht an der Umfrage teilgenommen haben und die eher in prekären Lebensmilieus leben“, erzählt Lemke weiter.

Die Befragungsergebnisse bieten also nur einen Eindruck davon, wie es einem Teil der jungen Bevölkerung in Emsdetten geht. Gefragt wurde zur häuslichen und familiären Situation, zur aktuellen Lebenssituation und persönlichen Befindlichkeit, zur technischen Ausstattung, zur Beziehung zu Freundinnen und Freunden, zu den Freizeitaktivitäten, zu der Situation auf der Arbeitsstelle, in der Ausbildung, im Studium und in der Schule und zu der Beteiligung junger Menschen vor allem in politischen Entscheidungsprozessen. „Gerade die Ergebnisse beispielsweise zur Wahrnehmung der Jugend in der Politik oder zu den Beteiligungsmöglichkeiten vermitteln ein gewisses „Nicht gehört werden“-Gefühl junger Menschen in der Politik. Und dieser Tendenz sollte etwas entgegengestellt werden: Mehr mit jungen Menschen reden als nur über sie, sowohl ihre Sorgen als auch ihre Ideen ernst nehmen, Demokratieverständnis fördern und echte Partizipationsmöglichkeiten schaffen“, so Lemke weiter. „Ein erster Schritt wäre, sich einmal mit den Ergebnissen auseinander zu setzen. Und das gilt nicht nur für die Politik, sondern für alle, die wissen wollen, wie es jungen Menschen aus Emsdetten in dieser Pandemie geht.“ Das 13drei-Team steht für einen weiteren Austausch gerne zur Verfügung.


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