Die NS-Zeit vor unserer eigenen Haustür

Kathi Bednarczyk vom Treffpunkt 13drei. Foto: 13drei

Emsdetten

Emsdetten. Im Jahre 2018 fand sie das erste Mal statt; im Folgejahr gab es die Wiederholung: Die Gedenkstättenfahrt nach Krakau in Polen. Was zu einem jährlich festen Bestandteil im Aufgabenbereich des Treffpunkts 13drei werden sollte, wurde 2020 durch die Corona-Pandemie jäh durchbrochen.

„Die ersten beiden Fahrten waren richtig gut; wir hatten viele junge Menschen die interessiert waren und mitgefahren sind“, erklärt Kathi Bednarczyk aus dem 13drei-Team. Der Schwerpunkt der Reisen war die Besichtigung der Konzentrationslager in Auschwitz und Auschwitz-Birkenau.

„Vor Ort zu sein und die Dimensionen dieser Vernichtungslager zu sehen, hinterlässt definitiv einen bleibenden Eindruck. Die Gräuel­taten des NS-Regimes und der Holocaust sind Dinge, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Erst recht nicht in diesen Zeiten, wo Antisemitismus, Rassismus und anti-demokratische Tendenzen immer mehr zunehmen.“ Für das Team im 13drei war daher schnell klar: „Wenn eine Gedenkstättenfahrt nach Polen aufgrund der Pandemie kaum möglich ist, dann gestalten wir einen eigenen Ort des Gedenkens.“

Die bereits bewilligten Mittel aus dem Kinder- und Jugendförderplan für eine Fahrt 2021 können dafür nach Zustimmung des Landesjugendamtes NRW genutzt werden. Immerhin knapp 15.000 Euro. Unter dem Motto: „Identität, Geschichte, Demokratie – Die NS-Zeit vor unserer eigenen Haustür“ bietet der Treffpunkt 13drei gemeinsam mit dem Kooperationspartner DettenRockt e.V. nun ein hoch interessantes Programm aus Ausstellungen, Workshops, Ausflügen, Vorträgen und Filmabenden an.

„Wir wollen gemeinsam mit allen interessierten jungen Menschen aus dem Kreis Steinfurt und dem Münsterland schauen, wie es im zweiten Weltkrieg in unserer Region war. Beispielsweise mit einer geführten Radtour in Münster, organisiert vom Geschichtsort Villa ten Hompel. Oder eine Stadtführung in Emsdetten mit dem Blick auf früher und heute.“ Weitere Highlights sind sicherlich die Workshops „Geschichte über das Leben vor, während und nach dem Holocaust“ vom Zweitzeugen e.V. oder „Jüdisches (Alltags-)Leben in Deutschland“ mit dem jüdischen Museum Dorsten. „Wir freuen uns auch sehr darüber mit ‚Detten rockt‘ einen Partner zu haben, der sich schon seit Jahren gegen Rassismus und Anti-Diskriminierung einsetzt. Einige Mitglieder werden ebenfalls spannende Workshops und Vorträge anbieten.“

Neben den Workshops, Ausflügen, Filmen und Vorträgen wird es auch öffentliche Angebote geben, die für alle Altersgruppen zugänglich sein werden. „Wir freuen uns total, dass das renommierte Museum Yad Vashem aus Israel mit uns kooperiert und wir drei Bild-Ausstellungen aus dem Museum bei uns zeigen dürfen. „Auschwitz – Ein Ort unserer Erde“, „Shoa – Wie war es menschlich möglich?“ und „Lichter im Dunkeln – Frauen während des Holocaust“. Hier wollen wir allen Interessierten aus Emsdetten und Umgebung die Möglichkeit bieten, sich diese Ausstellungen anzusehen.“ Aufgrund der Förderung sind alle Angebote kostenfrei. Die Themenwoche findet vom 9. bis zum 13. August auf dem Gelände des Treffpunkts 13drei statt.

Alle wichtigen Informationen und Anmeldemöglichkeiten gibt es auf www.13drei.de/themenwoche.


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