Saerbeck. Inmitten großformatiger Portraits von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung im Schulgarten der MKG mahnte bei der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag ein Trio aus der Schulgemeinschaft, „dass Frieden nur dann gelingen kann, wenn wir hinschauen, zuhören und handeln – jeder an seinem Platz, im Kleinen wie im Großen“.
„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg“, auch von Hass und Gewalt, so beginnen die Gedenkworte des Bundespräsidenten. Daraus entwickelten die Oberstufenschülerinnen Carla June Komischke und Mila Goebel Pereira mit dem Schulleiter Maarten Willenbrink die Verbindung von Vergangenheit und Erinnern, dem Wahrnehmen aktueller Zustände und Entwicklungen und der Aufforderung zum Handeln für die Zukunft.
Mit der weltweit beachteten Ausstellung „Gegen das Vergessen“ will der Mannheimer Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Diskriminierung setzen und zur Auseinandersetzung mit den Themen Demokratie, Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung anregen. Zu den Fotos treten Lebensläufe der Abgebildeten und ein pädagogisches Begleitprogramm.
Jedes der Gesichter in der Ausstellung, „die von unaussprechlichem Leid erzählen, aber auch von Mut, Hoffnung und Würde“, sei „ein Appell: Hinsehen, Zuhören, Nachdenken“, sagte Carla June Komischke.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Mit diesem Thomas-Morus-Zitat schloss sich Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg mit Blick auf die Tradition des Volkstrauertags den Gedanken des MKG-Trios an.
Die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ ist im Schulgarten der MKG (Zugang über den kleinen Lehrerparkplatz) bis zum 7. Dezember zu sehen. Für die Öffentlichkeit ist sie während des Saerbecker Adventsmarkts am Samstag, 22. November, sowie am Tag der offenen Tür der Schule am Samstag, 6. Dezember, zugänglich, außerdem an Schultagen außerhalb der großen Pausenzeiten von 8.30 bis 9.30 Uhr, 10.30 bis 11.30 Uhr und von 15.30 bis 16.30 Uhr.
