Saerbeck. Bei der jüngsten Sitzung des Kolping-Vorstands wurde schon scherzhaft gemutmaßt, ob die Saerbecker wohl bald alle barfuß unterwegs sein werden. Das Wetter spricht nicht dafür, aber die Berge an Schuhen, die sich über die Feiertage in die Mülltonnen am Mehrgenerationenhaus eingeworfen sind und sich im Keller türmten, legten diese Vermutung nahe.
Tatsächlich steuert die Kolping-Schuhsammlung bei der zehnten Wiederholung nach derzeitigem Stand auf einen neuen Rekord zu. Dabei waren In den vergangenen Jahren schon jeweils über 2000 Paar zusammen gekommen. Karl-Heinz Wirsen, Johannes Stegemann, Gerd Lepkojus und Bernhard Stegemann hatten am Mittwochmorgen reichlich zu tun, um den Berg zu sortieren, einzupacken und die großen Pakete zusammen mit den schon vor Weihnachten gepackten in Kleinbus und Anhänger zu verladen.
Rund 400 Paare waren es allein an diesem Tag und damit insgesamt 1337, die 45 Pakete füllten. Die wurden direkt am Briefzentrum in Reckenfeld eingeliefert.
Sichtbar wurde beim Sortieren die ganze Vielfalt der Schuhwelt von Sportschuhen, Winterstiefeln, Flip-Flops bis zu silbernen und goldenen hochhackigen Pumps für die festlichen Anlässe. Fast alle Spender beherzigen die Bitte, sie zu Paaren zusammenzubinden. Nur zwei Einzelexemplare, ein weißer und ein schwarzer Sportschuh, sind bislang ohne ihr Pendant übrig geblieben.
Jeden Abend leert Karl-Heinz Wirsen die Tonnen, damit Platz für Nachschub geschaffen wird. In der Endphase wird das erfahrungsgemäß auch zwischendurch am Tag notwendig werden, denn dann kommt besonders viel zusammen. Einen Monat bis zum 9. Februar bleiben die Tonnen noch stehen.
Die Schuhe werden nach Rhauderfehn geliefert, wo eine Spezialfirma im Auftrag des Kolpingwerks sie durchschaut und in ärmere Länder verteilt, je nach Klima die für Winter oder Sommer geeigneten. Dort können Händler sie an Menschen verkaufen, die sich keine teuren Schuhe leisten können, und so selbst ihren Lebensunterhalt verdienen. Ein kleiner Erlös bleibt dann noch übrig für Kolping International, womit wiederum Hilfsprojekte in Entwicklungsländern finanziert werden können.
