40 Jahre „Wir in Detten“

Ein Blick zurück: Das Foto zeigt das Emsdettener Rathaus, welches 1975 bis 1976 nach den Plänen von Roland Ostertag erbaut wurde. Foto: Stadtarchiv Emsdetten

Emsdetten

Emsdetten (DiLi). Schulterpolster, Dauerwellen, Vokuhilas und der packende Sound von Europe mit „The Final Countdown“ im Radio. Wovon die Rede ist? Willkommen im Jahr 1986! Es ist das Geburtsjahr unserer Zeitung – und ein Jahr, das die Welt, aber auch unsere Heimatstadt Emsdetten prägte. 

 

Vor 40 Jahren fand die erste WIR IN den Weg in die Briefkästen in und um Emsdetten und Rheine.

Eine Zeitung für die ganze Familie voller Nachrichten und spannender Geschichten. Woche für Woche berichten wir über das, was vor Ihrer Haustür passiert: vom lokalen Verein, über Geschäftseröffnungen bis hin zu den wichtigsten Nachrichten aus der Nachbarschaft. Wir informieren Sie Woche für Woche über die besten Angebote, Trends und Aktionen des lokalen Handels und halten Sie über Entwicklungen aus der lokalen Wirtschaft auf dem Laufenden.

Dass wir diesen Geburtstag feiern dürfen, ist vor allem Ihr Verdienst. Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken, bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser für Ihre Treue, Ihren Zuspruch und Ihre Kritik und bei Ihnen, liebe Kundinnen, Kunden und Geschäftspartner für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Stöbern durch die nächsten Seiten! Ihre Annett Rentz - Geschäftsführerin Wir in Detten GmbH & Co. KG

 

Ein Blick zurück zeigt eine faszinierende Mischung aus globaler Erschütterung, technologischem Aufbruch und lokalem Pioniergeist. Das Lebensgefühl vor 40 Jahren war voller Kontraste. Auf den Straßen Emsdettens traf die bunte Neon-Mode, wilde Frisuren, auf eine düstere, faszinierende Wave- und Gothic-Szene. Jugendliche mit hochtoupierten, haarsprayfixierten Haaren, grellem Make-up, Lederjacken und Netzhemden prägten das Bild. In den Discotheken (gibt es dieses Wort heute überhaupt noch?) liefen Hits wie „We Are The World“ (geschrieben von Michael Jackson und Lionel Richie), „Lady In Red“ (Chris de Burgh) oder die meistverkaufte Single des Jahres 1986 „Don’t Leave Me This Way“ (The Communards).

Diese Unbeschwertheit bekam im April 1986 jedoch einen tiefen Riss. Die Nuklearkatastrophe im fernen Tschernobyl wirbelte auch das Leben im Münsterland durcheinander. Gesperrte Spielplätze und die Sorge vor verstrahltem Gemüse auf dem Wochenmarkt brachten die globale Bedrohung direkt vor die eigene Haustür. Nur Monate zuvor hatte bereits die Explosion der US-Raumfähre Challenger die Welt in Schockstarre versetzt.

Technik-Boom und Kultkarren

Gleichzeitig schritt die Moderne unaufhaltsam voran. Wer „up to date“ sein wollte, investierte in die ersten digitalen Rechner wie den legendären Heimcomputer Amiga 1000 oder den Dauerbrenner Commodore C64.

In den Wohnzimmern hielten CD-Player Einzug – die glänzenden Scheiben verkauften sich laut Händlern damals „wie geschnitten Brot“. Zu Weihnachten strapazierten sprechende Teddybären namens Teddy Ruxpin und die ersten Laser-Tag-Spiele die Wunschzettel der Kinder. Auf den Straßen zogen derweil der schnittige Ford Capri, Audi 80, der Siebener-Bolide von BMW (die zweite Generation der Luxuslimousine, die 1987 auch als erster deutscher Nachkriegs-V12 erschien), oder der Volvo 480 die Blicke auf sich.

Was Detten bewegte

Sport, Denkmalschutz und Feierlaune: Inmitten dieser Weltgeschichte schrieben die Emsdettener ihre eigenen Meilensteine: unter anderem mit der Geburtsstunde der „Wanne“. In der Sporthalle am Hallenbad startete 1986 ein Handball-Turnier, das Geschichte schreiben sollte.

Das internationale Flair brachte unter anderem das Team „E&O Emmen“ aus Holland nach Emsdetten. Ein perfektes Omen, denn passend zum diesjährigen 40. Geburtstag unserer Zeitung feiern wir auch den TVE, der jetzt wieder in der 2. Handball-Bundesliga wirft!

Am 24. Juli 1986 erhielt das „Haus Holländer“ offiziell Denkmalschutz. Seine seltene Eisenfachwerkkonstruktion ist bis heute ein architektonisches Juwel der Stadt. Die Schützengemeinschaft Sinningen bewies echten Anpackergeist und errichtete auf dem alten Schulgelände eine Mehrzweckhalle, die fortan zum stolzen Mittelpunkt unzähliger Schützenfeste wurde.

Ein großer Schritt in die Vergangenheit zeigt hier den Emsdettener Brink um 1925. Fotos: Heimatverein Emsdetten

Heimischer Frohsinn und großes Kino

Das närrische Volk wurde in der Session 1985/1986 vom Prinzenpaar Bernhard II. (Thomitzek) und Hildegard IV. regiert und trotzte der Weltpolitik mit ausgelassenem Karneval. Wenn die Emsdettener 1986 ins Kino strömten, dann für echte Klassiker. Zwar stürmte Tom Cruise als Flieger-Ass Maverick in „Top Gun“ weltweit die Kino-Charts (gefolgt von „Crocodile Dundee“ und „Karate Kid II“), doch in Deutschland gab es einen ganz anderen Publikumsfavoriten: Die packende Bestseller-Verfilmung „Der Name der Rose“ lockte fast sechs Millionen Menschen vor die Leinwände.

Ein wildes, emotional geladenes und unvergessliches Jahr – und zugleich ein perfekter Startschuss für 40 Jahre Zeitungsgeschichte in Detten und Umgebung!

Das Foto zeigt die Bahnhofstraße im Jahre 1968.

Emsdettens Geschichte im Überblick

  • 1200 v. Chr. siedeln sich erste Bewohner in der Emsniederung an
  • 1178 n. Chr. wird der Ort unter dem Namen „Thetten“ erstmals urkundlich erwähnt
  • 1478 zählt „Detten“ mit seinen umliegenden Bauernschaften rund 650 Einwohner
  • 1645 wird die Gildeordnung der Wannenmacher erneut bestätigt
  • 1856 entsteht der erste Fabrikbau (Flachsmaschinenspinnerei)
  • 1861 werden die ersten mechanischen Webstühle aufgestellt
  • 1938 erhält Emsdetten die Bezeichnung „Stadt“ verliehen (17.000 Einwohner)
  • 1969 wird Hembergen eingemeindet
  •  1972 beginnt die Stadtkernsanierung
  • 2005 beginnt die Neugestaltung der Innenstadt
  • 2013 feiert die Stadt ihr 75-jähriges Stadtjubiläum

Unsere Emsstadt: Von Nortthetten, Thethen und Dethen zu Detten

Die Stadt Emsdetten wurde im Jahr 1178 erstmals urkundlich unter dem Namen Thetten erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wandelte sich die Schreibweise über Formen wie Nortthetten, Thethen und Dethen, bis sich um 1498 die plattdeutsche Bezeichnung Detten herausbildete, die heute noch als Spitzname für die Stadt und ihre Bewohner genutzt wird.
Erstmals im Jahr 1325 tauchte der Name Emsdetten auf.

Das historische Foto zeigt Emsdettens alte Münsterstraße und ihre Villen. Foto: Heimatverein Emsdetten

Das Wappen der Stadt Emsdetten

Im Jahre 1937 verlieh der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Freiherr von Lüninck , der Gemeinde Emsdetten das Recht, ein Wappen zu führen. Nach einer Vorlage des Emsdettener Geschäftsmannes und Mitgründers des örtlichen Heimatbundes, August Holländer, gab der Münsteraner Künstler Waldemar Mallek dem Stadtwappen seine endgültige Form.

Der schräg von links oben nach rechts unten verlaufende silberne Wellenbalken soll die Lage des Ortes an dem Emsfluss andeuten, von dem auch der Name der Stadt herrührt. Als Beizeichen wurden zwei Symbole gewählt, die das in der Gemeinde bodenständige Handwerk versinnbildlichen sollen: das Weberschiffchen für die Textilindustrie und das Wannenmachereisen („Tünisen“) für das vor allem im 17. und 18. Jahrhundert hier in großer Blüte gewesene Handwerk der Wannenmacher, dessen Erzeugnisse über das ganze westfälische Land vertrieben wurden.

Wappen_Stadt_Emsdetten
Foto: Stadt Emsdetten



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