50 Kilogramm leichter durch Magen-Bypass

Dr. Knappmann steht nach dem Vortrag auch für Fragen zur Verfügung.Foto: privat

Emsdetten

Emsdetten. Jutta Laumann musste 60 Jahre alt werden, um nach vielen Versuchen endlich von einer dauerhaften Gewichtsabnahme zu profitieren: „Wie oft habe ich seit der Pubertät auf eigene Faust versucht abzunehmen und alle möglichen Diäten ausprobiert, auch Null Diäten, das war meist sehr ungesund“, erzählt sie. „Doch das Gewicht ging nach jeder Diät weiter rauf.“

Irgendwann wurde ihr das Leben mit den Pfunden buchstäblich zu schwer: „Ist eine so massives Übergewicht erst einmal erreicht, wird das Leben in vielerlei Hinsicht sehr anstrengend. Ich habe mich einfach nicht mehr wohlgefühlt“, erinnert sie sich. „Ständig musste ich zum Beispiel überlegen, ob ich in die Stühle im Restaurant passe; das Einkaufen von Kleidung ist in normalen Geschäften nicht mehr möglich; sogar Arztbesuche stellen ein Problem da. Die Waage ist nicht für das Übergewicht ausgelegt, die Blutdruckmanschette ebenso wenig. Und was besonders schlimm ist: die Mobilität wird immer eingeschränkter. Man scheut jede Treppe, ja selbst kurze Wege! Irgendwann bekommt man einfach Angst – und das mit Recht!“ Im September 2014 endlich ließ sie sich operativ einen Magen-Bypass legen im Interdisziplinären Adipositaszentrum am Klinikum Ibbenbüren. „Dr. Knappmann hat die OP gemacht und bei mir lief alles völlig komplikationslos“, sagt sie heute dankbar. Seitdem ist ihr Leben fast 50 Kilogramm leichter, sie kauft in normalen Läden ihre Kleidung und kann mit dem Flugzeug verreisen, ohne Angst vor der Gurtlänge haben zu müssen. 


Am 9. Januar (Montag) informiert Dr. Clemens Knappmann (Leiter des Interdisziplinären Adipositaszentrums am Klinikum Ibbenbüren) im Josefstift in Emsdetten ab 18 Uhr über die Voraussetzungen, Möglichkeiten und die Nachsorge der operativen Adipositas-Behandlung. „Ich freue mich auf eine rege Diskussion“, sagt er, „denn die Fragen der Betroffenen und ihrer Angehörigen nehme ich sehr ernst.“ Der Vortrag ist kostenfrei und bedarf keiner Anmeldung.
Dr. Knappmann und seine niedergelassener Kollege Dr. Joachim Kamp (Ernährungsmediziner) achten darauf, dass sich Operationswillige vorher bei schon Operierten darüber informieren, wie so eine OP abläuft, welche Nebenwirkungen es geben kann und woran man sich vorher und hinterher halten muss. „Auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe gehört dazu.“, erklärt Jutta Laumann.

Seit Anfang 2016 gibt es auch in Emsdetten so eine Selbsthilfegruppe. Gemeinsam mit Dr. Kamp wurde sie von Jutta Laumann ins Leben gerufen. Inzwischen kommen regelmäßig einmal im Monat Menschen mit Adipositas zu den Treffen, die Frau Laumann leitet und moderiert. „Alle Beteiligten haben die gleichen oder ähnliche Probleme und Themen,“ berichtet sie, „das ermutigt zu sehr intensiven und offenen Gesprächen. Der gemeinsame Leidensweg verbindet und so fühlen sich alle schnell wohl und angenommen. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid! Und eine Portion Humor und eine Portion Information hilft, dass es leichter wird mit dem Übergewicht.“

Betroffene sind herzlich zu den Treffen der Selbsthilfegruppe „Wir machen es leichter!“ eingeladen. Jeden ersten Montag im Monat finden die Treffen um 18 Uhr statt. Die Gruppe ist zu erreichen unter 0160 / 6722371.


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