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Fr, Mär

Prälat Kossen gründet „Aktion für Würde und Gerechtigkeit“

Der Vorstand des Vereins „Aktion Würde und Gerechtigkeit“(v.l.): Hermann Lütkeschümer, Mariya Krumova, Peter Kossen, Saskia Wanke und Dr. Gisbert Stalfort. Foto: Claudia Lütkeschümer

Lengerich

Lengerich. „Wir wollen Arbeitsmigranten aus Ost- und Südosteuropa stark machen und so dazu beitragen, dass ihre Integration gelingt.“ So umschreibt Prälat Peter Kossen, Pfarrer in Lengerich, die Zielsetzung des Vereins „Aktion Würde und Gerechtigkeit“, den er am vergangenen Freitag (4. Januar) mit Fachleuten und Engagierten gegründet hat.

„Würde und Gerechtigkeit wird Wanderarbeitern und -arbeiterinnen zum Beispiel aus Rumänien, Bulgarien und Polen in unserer Arbeitswelt und unserer Gesellschaft oft vorenthalten“, so Kossen. „Brutale Arbeitsausbeutung, Menschenhandel und Abzocke für unwürdige und gesundheitswidrige Behausungen sind die Folge.“

Der neugegründete Verein wird versuchen, durch ein Netzwerk von Juristen und juristisch geschulten Ehrenamtlichen den Rechtsweg für Arbeitsmigranten leichter zugänglich zu machen. „Das beginnt damit, dass Anträge bei Gericht für Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe übersetzt und Menschen, die kein Deutsch sprechen, bei der Antragstellung unterstützt werden. Juristische Beratung und Vertretung auch vor Gericht soll dadurch leichter zugänglich werden.“ Da fügt es sich gut, dass zum zweiten Vorsitzenden des Vereins der Rechtsanwalt Dr. Gisbert Stalfort aus Osnabrück gewählt wurde, der selbst rumänisch spricht.

Mit Mariya Krumova, die als gebürtige Bulgarin jahrelange Erfahrung in der Beratung von Arbeitsmigranten bei der Beratungsstelle für mobile Beschäftigte in Oldenburg mitbringt, konnte eine weitere Fachfrau für den Vorstand gewonnen werden. Der Kaufmann Hermann Lütkeschümer und die Erzieherin Saskia Wanke, beide aus Lengerich, vervollständigen den Vorstand des Vereins, dessen Vorsitzender Prälat Peter Kossen ist. „Wir lassen uns als gemeinnützig anerkennen, um auch Spenden und öffentliche Projektmittel unter anderem für einen Rechtshilfefond zu bekommen“, beschreibt Kossen das weitere Vorgehen. „Natürlich wird eine wichtige Aufgabe die Sensibilisierung der Öffentlichkeit bleiben. Wir werden Unrecht beim Namen nennen und uns nicht damit abfinden, dass Arbeitsmigranten wie Menschen zweiter Klassen behandelt, ausgebeutet und rassistisch herabgewürdigt werden.“

Dazu brauche es das Gespräch mit möglichst vielen Verantwortlichen in Politik, Justiz und Wirtschaft. „Viele Frauen und Männer aus Ost- und Südosteuropa haben sich entschieden, mit ihren Kindern hier bei uns dauerhaft zu leben und zu arbeiten. Wir haben die Pflicht, diese Menschen im Bemühen um echte Integration in unsere Gesellschaft zu unterstützen, damit ihnen zuteilwird, was jeder von uns für sich reklamiert: Würde und Gerechtigkeit!“, so Kossen.

Tätig werden will der Verein zunächst in Nordwestdeutschland, dann aber auch darüber hinaus, in der Fleischindustrie und anderen Branchen. Zeitnah, so Kossen, werde mit weiteren Informationen um eine Mitgliedschaft geworben.


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