Flüchtlinge in der Damloup-Kaserne

Rheine

Rheine (isr). Am Montag (24. August) werden die ersten Flüchtlinge in der Notunterkunft in der Damloup-Kaserne in der Rheiner Mittelstraße untergebracht.

Bis zu 300 Menschen sollen in sechs Zelten mit je 250 Quadratmetern Platz finden – also bis zu 50 Personen pro Zelt.

Insgesamt werden acht Zelte aufgebaut – zwei weitere Zelte fungieren als Funktionsbereiche, etwa zur Information oder zum Aufenthalt für Kinder. Getragen werden die Kos­ten vom Land NRW. Verwaltet wird die Unterkunft von der Firma European Homecare. Diese machte in letzter Zeit nicht nur positive Schlagzeilen: Mit ihr kooperierende Sicherheitskräfte standen unter Verdacht, Flüchtlinge in anderen Einrichtungen misshandelt zu haben. „Das wird hier in Rheine keinesfalls passieren. Jetzt gibt es nämlich die Vorschrift, bei der Auswahl der Sicherheitsfirmen einen 8-Punkte-Plan zu befolgen, was wir auch 1:1 umsetzen – alle Mitarbeiter, die wir heutzutage einstellen, wurden zuvor von der Bezirksregierung freigegeben. In Sachen Sicherheit habe ich also hier keinerlei Bedenken“, betont Ingo Ochtrup von European Homecare, der seit 23 Jahren als Betreuungsleiter in Schöppingen arbeitet. Er unterstützt Kathrin Hess bei der Leitung in Rheine und führte die Presse durch die entstehende Notunterkunft. „Pro Tag sind auf diesem Gelände ab Montag fünf Sicherheitskräfte im Einsatz“, ergänzt er. Und: „Natürlich können sich die untergebrachten Menschen frei bewegen – aber wir müssen ihnen gegenüber unsere Schutzfunktion erfüllen; deshalb die Sicherheitskräfte“, so Ochtrup. Besuche müssen mit der Einrichtungsleitung abgestimmt werden. Ruhezeiten gelten von 22 Uhr bis morgens um 6 Uhr. Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter müssen allerdings keine Schule besuchen, solange sie in der Notunterkunft leben – diese soll ja kein Dauerzustand sein.

250 Quadratmeter, auf denen bis zu 50 Personen unterkommen sollen.
Einrichtungsleiterin Kathrin Hess
 

Zirka 40 Vollzeitmitarbeiter, die dank des Jobcenters schnell gefunden wurden, sind in der Notunterkunft zum Wohle der Flüchtlinge tätig. Es handelt sich um Sozialbetreuer, die zusammen rund 20 Sprachen sprechen, Reinigungskräfte, Hausmeister und auch Küchenmitarbeiter. Die Lagerfläche der ehemaligen Kasernen-Standortverwaltung fungiert als Küchenbereich. Hier haben bis zu 150 Menschen gleichzeitig die Gelegenheit, Frühstück, Mittag- oder Abendessen einzunehmen. Mehr Räume der Kaserne seien nicht nutzbar gewesen, teilte die Bezirksregierung mit. „Aber unsere Zelte mit doppeltem Boden, Heizung und relativer Privatssphäre sind mir allemal lieber als die Straße oder die so genannten Katastrophenzelte“, betont Ochtrup.

Geliefert wird das Mittagessen von der Firma Apetito, die darauf achtet, dass kein Schweinefleisch serviert wird. „Selbst Tine Wittler hätte es übrigens nicht geschafft, hier in so kurzer Zeit eine brauchbare Küche zu installieren, die das Veterinäramt auch freigegeben hätte“, schmunzelt Ochtrup als Antwort auf die Frage, warum das Essen geliefert werde.


Hier entsteht die Kantine – in der ehemaligen Standortverwaltung.
Die Bauarbeiten in Rheine sind noch in vollen Gang.
 

Infoveranstaltung

Die Bezirksregierung Münster, die Stadt Rheine und Euro­pean Homecare laden Sie, die Nachbarn der Damloup-Kaserne sowie alle interessierten Bürger der Stadt Rheine, zu einem Informationsabend ein, um über die Notunterkunft des Landes Nordrhein-Westfalen zu informieren. Die Veranstaltung findet statt am Montag (24. August) ab 18 Uhr in der Aula der Elisabethschule, Mittelstraße 45, im Ortsteil Dorenkamp. Rund zwei Wochen später ist eine Veranstaltung für alle geplant, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Wer etwas für die Flüchtlinge spenden oder jetzt schon seine Hilfe anbieten möchte, der wendet sich bitte nicht direkt an die Mitarbeiter der Notunterkunft, sondern an die Fachstelle Migration der Stadt Rheine – zum Beispiel unter der Nummer 05971 / 939391.

Ingo Ochtrup unterstützt Kathrin Hess bei der Leitung der Unterkunft.


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