Mit Oma und Opa in Kontakt bleiben

Videotelefonie wird immer beliebter. Foto: privat

Rheine

Rheine (cpr). „In Beratungsgesprächen höre ich immer wieder, dass man Oma und Opa beim Telefonieren auch gerne einmal sehen möchte“, erklärt Elisabeth Nagelschmidt von der Wohnberatung der Caritas Rheine. Daher habe sie sich einmal etwas näher mit dem Thema beschäftigt.

Die Videotelefonie ist nicht neu und für Internet- und Smartphone-Nutzer auch kein Problem. Über Videoprogramme wird insbesondere in der jetzigen Corona-Virus Infektionszeit in Rheine viel kommuniziert, Telefonkonferenzen werden abgehalten.
Doch wer mit einem einfachen schnurgebundenen Telefon groß geworden ist, der ist mit dieser Technik nicht vertraut. Da fehlt dann das Verständnis für die smarte Technik. Der Umgang mit den Online-Tools ist verwirrend; es ist für viele nicht nachvollziehbar auf welches Symbol man wann drücken muss und wann und wo man über den Bildschirm wischen soll.

Zudem besteht die Angst, „etwas falsch“ zu machen. So bleibt nur das herkömmliche Telefonieren, um kurz von sich hören zu lassen. Doch ein Telefonat mit Bild hat eine größere emotionale Wirkung. Das Gefühl von Nähe wird verstärkt, was auch einen positiven Effekt auf die Stimmung hat. Freudige Ereignisse wie das Ausblasen der Geburtstagskerzen oder Auspacken der Geschenke können online gemeinsam erlebt und geteilt werden. Die Enkel können beim Spielen beobachtet werden.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt, alle bekommen ein besseres Bild, wie es den Gesprächsteilnehmern tatsächlich geht. Das wirkt auf die Beteiligten oft beruhigend. Ältere Senioren mit einer neuen Technik vertraut zu machen, kann für beide Seiten jedoch frustrierend sein. Doch auch ein älterer Mensch ist durchaus in der Lage noch etwas Neues zu lernen. Das geht insbesondere dann gut, wenn man vom Nutzen des Neuen überzeugt ist. Das erste Gebot für beide Seiten lautet: Geduld. Funktionsweisen müssen in Ruhe erklärt werden. Die Erklärungen sollten einfach, langsam und schrittweise erfolgen. Wer schnell und viel auf einmal erklärt überfordert unbedarfte Nutzer. Zudem ist es hilfreich, Humor zu beweisen, wenn etwas nicht beim ersten Mal klappt und Mut zu machen, es weiter zu üben.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Apps, die für die Videotelefonie genutzt werden können. Auch spezielle Apps für Senioren sind erhältlich. Diese können dann beispielsweise gleichzeitig noch an die Einnahme von Medikamenten erinnern, bieten einen Nachrichtendienst, Fotoalben oder verschiedene Spiele an. Allen ist gleich, dass die Bildschirmansicht übersichtlich ist und große Symbole genutzt werden.

Wer jedoch nur mit seinen Angehörigen videotelefonieren möchte, dem reicht vielleicht schon ein einfaches Smartphone oder Tablet. Hilfreich ist zudem eine Halterung, auf dem das Gerät einen festen Platz hat. Eine Stromsteckdose sollte in der Nähe sein. Das Ladekabel kann immer im Smartphone oder Tablet eingesteckt bleiben. Zum Aufladen muss dann nur der Stromstecker in die Steckdose gesteckt werden. Vielleicht muss der ältere Nutzer bei Zeiten daran erinnert werden, das Gerät regelmäßig aufzuladen. Nun gilt es eine App zu wählen, die auch von den anderen Familienmitgliedern genutzt wird. Weiterhin wird eine einfache günstige SIM-Karte benötigt. Die monatlichen Kosten liegen dann bei rund 10 Euro. Ein Internetanschluss ist somit nicht zwingend notwendig.

Auf dem Startbildschirm sollte in diesem Fall nur das Symbol des Programms für die Videotelefonie zu sehen sein. Nun müssen nur noch gewünschten Kontakte angelegt werden. Zum Videotelefonieren sind es dann nur noch wenige Klicks. Wie gesagt, mit dieser Technik sind viele ältere Senioren nicht vertraut. Aber vielleicht kann sich der ein oder andere mit dieser vereinfachten Version und der geduldigen Unterstützung von Angehörigen vertraut machen.
Weitere Informationen auch zum barrierefreien und seniorengerechten Bauen und Wohnen gibt es bei der Wohnberatung der Caritas Rheine, Elisabeth Nagelschmidt unter der Telefonnummer 05971 862-348 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die Wohnberatung wird öffentlich gefördert von den Landesverbänden der Pflegekassen in NRW, der Stadt Rheine und dem Kreis Steinfurt. Die Beratungen sind daher kostenlos.


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