Das digitale Senioren-Café

Leon Oelgemöller. Foto: Jfd Rheine e.V.

Rheine

Rheine. Als der Jugend- und Familiendienst e.V. (Jfd) in Kooperation mit der Stadt Rheine Ende vergangenen Jahres das digitale Seniorencafé an den Start gebracht hat, hatten sich die Verantwortlichen im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie sie Senioren in digitalen Angelegenheiten unterstützen können – in erster Linie in gemütlicher Kaffeeklatsch-Atmosphäre in der Jfd-Beratungsstelle an der Breite Straße, aber bei Bedarf auch per Telefon oder Mail.

Doch die immer noch anhaltende Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Kontakteinschränkungen machten dem engagierten Projekt scheinbar einen kleinen Strich durch die Rechnung. Die gemütliche Kaffeeklatsch-Atmosphäre ist zwar der Video-Telefonie und dem rein digitalen Austausch gewichen – aber nicht minder erfolgreich, wie Leon Oelgemöller zufrieden betont. Er ist derjenige, der im Rahmen seines Bundesfreiwilligendienstes beim Jfd das Angebot maßgeblich eröffnet hat und als Ansprechpartner für die Senioren fungiert. „Wahrscheinlich wären Treffen in Präsenz etwas einfacher, aber dennoch wird es auch online sehr gut angenommen“, beschreibt der 18-Jährige den positiven Zulauf. Und dass das Interesse und der Bedarf durchaus groß sind, ist der sozialen Distanz in Corona-Zeiten geschuldet. Ältere Leute sind oft allein. „Es geht darum, dass sie sich an uns wenden, wenn sie Schwierigkeiten mit den digitalen Medien haben“, wirft er einen Blick auf das Ziel des Angebotes.

Gerade in Zeiten des Lockdowns und der sozialen Dis­tanz sei es wichtig, dass vor allem Senioren den Anschluss an ihre Familie und Bekannte nicht verlören, ergänzt Karin Bockstette, die das Projekt initiiert hat. „Es haben sich schon einige hilfesuchend an mich gewandt, denen ich bei Problemen mit Videokonferenzen oder beim Einrichten von Handys weiterhelfen konnte“, erzählt Leon Oelgemöller zufrieden. Dabei reichen die Anliegen der Hilfesuchenden von der einfachen Handhabung und Tipps zum Einrichten ihres Smartphones über die Möglichkeiten der Videotelefonie und das Schreiben einer Mail. Das Ganze laufe dabei ähnlich einer Großeltern-Enkel-Konstellation ab. Aber nicht nur bei digitalen Angelegenheiten unterstützt der Jfd – auch bei Impfter­minen ist er verlässlicher Ansprechpartner.

Denn die Vergabe an über 80-Jährige und die damit verbundenen Schwierigkeiten sind im Moment in aller Munde. Viele Senioren fühlen sich etwas zu unsicher im Umgang mit digitalen Medien, um online einen Termin auszumachen, oder stecken lange in Warteschleifen am Telefon fest, wenn sie die 116117 wählen. Dann kommen nämlich auch die beim Jfd ausgebildeten ehrenamtlichen Patientenbegleiter ins Spiel. Sowohl Leon Oelge­möller als auch sie sind bei der Impftermin-Vereinbarung behilflich. Die betreffenden Personen können sich unter 05971 / 914480 melden. Dies gilt im Übrigen auch für junge Leute, die sich einen Bundesfreiwilligendienst beim Jfd vorstellen können.


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