Lebenserinnerungen der Alten wertschätzen

Die Bewohner des Alloheims schlagen immer wieder Seiten ihres Lebensbuches auf und laden die Klinikclowns „Mimi“ und „Trulla“ ein zu verschiedenen Kapiteln.Foto: Knue

Rheine

Rheine. Das Alloheim in Rheine, das Seniorenwohnzentrum Kardinal-Galen-Ring, ist hell und liebevoll eingerichtet. An verteilten Work Stations arbeiten die Pflegefachleute, sodass sie die Bewohner immer im Blick haben.

Dadurch ergibt sich eine integrative und fürsorgliche Atmosphäre. In diese Atmos­phäre dürfen „Trulla“ und „Mimi“, zwei der Klinikclowns im Kreis Steinfurt, regelmäßig eintauchen.

„Für uns ist das immer eine Ehre“, sagt „Mimi“ alias Olinda Marinho e Campos. Jeder alte Mensch sei wie ein dickes Buch und habe unglaublich viel zu erzählen. „Sie schlagen immer wieder Seiten auf und laden uns Klinikclowns ein zu verschiedenen Kapiteln ihres Lebens.“ Mit Feingefühl und dem Klinikclown-Handwerk können die beiden die Seiten dann weiter beleuchten. „Es ist etwas Besonderes, in dieses erlebte Leben hereingelassen zu werden und Erinnerungen zu teilen“, so Marinho e Campos.

Die Bewohner seien Zeitzeugen der geschichtlichen Entwicklung. „Die Familie war die Nummer 1; da hat man sich mit vielen Geschwistern zusammengerauft, Hobbys gab’s nicht.“ Die Klinikclowns wissen aus eigener Erfahrung um den Wert der geteilten Erinnerungen. Angehörige möchten sie ermutigen, die Lebensgeschichten ebenfalls wertzuschätzen und dankbar anzunehmen – auch wenn die Erzählungen manchmal nicht den Spannungsbogen eines Actionthrillers aufweisen.


Anzeige