Verlorenes Film-Archiv von Rheine wurde neu aufgebaut

Das Bild zeigt (v.l.) Jan Niehuesbernd, Heinz Schulte, Dr. Peter Lüttmann und Maik Angerhausen. Foto: Stadt Rheine

Rheine

Rheine. Rund zweieinhalb Jahre nach dem Datencrash im Archiv seines Metropoli-Kinos blickt Eigentümer und Betreiber Heinz Schulte mit Zuversicht in die Zukunft.

Betroffen vom Datenverlust im Juni 2020 waren Inhaltsverzeichnisse sowie zahlreiche Aufzeichnungen, Dokumentationen und Schlagwortverzeichnisse für fast 30.000 Fotografien bei einem Gesamtdatenvolumen von fast 30 Terrabyte. Darunter historische Filmdokumente mit Zeitzeugenbefragungen zur Stadt Rheine ab 1917 sowie 400 Filme mit 12.000 Filmminuten über die Entwicklung unserer Stadt.

Große Teile der Inhaltsbeschreibungen und Inventarisierungsverzeichnisse gingen damals trotz regelmäßiger Backups verloren. Auch mit Unterstützung durch eine Fachfirma konnten die Daten leider nicht wiederhergestellt werden.
Seit diesem Zeitpunkt begann Heinz Schulte mit dem Wiederaufbau, der einer Sisyphusarbeit gleichkam.

Inzwischen ist es ihm mit Hilfe seiner Frau Karin und Jan Niehuesbernd, Oberstufenschüler der Euregio-Gesamtschule, ehemaliger Praktikant und seitdem wichtiger Unterstützer, gelungen, das historische Film-Archiv über die Stadtgeschichte Rheines neu aufzubauen. Unterstützt wurde er dabei auch vom Stadtarchiv, das ihm entsprechende Speichermedien zur Verfügung stellte und anbot, die auf diesen Medien gespiegelten Daten im Magazin des Stadtarchivs zu lagern und damit zu sichern.

Mitte November überreichten Heinz Schulte und Jan Niehuesbernd Bürgermeis­ter Peter Lüttmann, der die Schirmherrschaft für das Projekt „Zeitzeugen“ übernommen hat, und Archivar Maik Angerhausen nicht ohne Stolz das erstellte Film-Archiv.

„Ich freue mich sehr, dass es Heinz Schulte nicht nur gelungen ist, einen Großteil seines Archives wieder aufzubauen, sondern vor allem darüber, dass er uns quasi sein Lebenswerk zur Verfügung stellt. Damit erhalten wir wichtige und wertvolle zeitgeschichtliche Dokumente“, so Bürgermeis­ter Lüttmann.

Auch Heinz Schulte war es wichtig, seinen Dank in Richtung Verwaltung und allen Unterstützern auszusprechen: „Seit der Gründung des Metropoli im Jahr 2001 und des Arbeitskreises Historische Filmdokumente 2009 haben viele ehrenamtliche Unterstützer in und an Projekten mitgearbeitet. Und auch die Stadt Rheine hat von Anfang an unsere Arbeit unterstützt. Durch die nunmehr doppelt vorhandenen Daten dürfte ein vergleichbarer Datenverlust für die Zukunft auszuschließen sein“, so Heinz Schulte abschließend.


Anzeige