Münster/Rheine: Das im Jahr 1550 erbaute Wehr in Rheine soll für flussauf- und abwärts wandernde Fische in der Ems passierbar gemacht werden. Die Umsetzung des Vorhabens liegt bei der Wasser- und Schifffahrtsstraßenverwaltung des Bundes sowie der Bezirksregierung Münster.
Nach einer umfangreichen Voruntersuchung wurde als Vorzugsvariante für das Vorhaben ein sogenanntes „fischpassierbares Raugerinne mit Beckenstrukturen“ als die Variante ausgewählt, die am besten an die Gegebenheiten vor Ort und die gesetzlichen Grundlagen angepasst ist. Einfach beschrieben, handelt es sich dabei um eine flussbreite, wasserüberströmte Rampe vor dem Emswehr.
Als nächster Schritt sind nun für die weitere Planung und spätere Bauausführung Erkundungen des Baugrundes erforderlich.
Bis zur 36. Kalenderwoche werden jetzt geotechnischen Untersuchungen als Kernbohrungen in der Emssohle und als Rammkernsondierungen beziehungsweise Rammsondierungen im Bereich der Ufer, der Emsinsel und des Mitteldamms zwischen Schleusenkanal und Ems, durch ein spezialisiertes Ingenieurbüro ausgeführt.
Bereits am vergangenen Montag, 18. August sind die Arbeiten in der Emssohle unterhalb des Wehres gestartet, weil diese Arbeiten durch die momentan außerordentlich niedrigen Wasserstände begünstig werden.
Anschließend werden bis einschließlich des heutigen Freitags die Emsinsel und der Mitteldamm zwischen Ems und Schleuse beprobt. Am Montag, 25. August, geht es dann am Timmermanufer zwischen Stadthalle und der Bodelschwinghbrücke am Konrad-Adenauer-Ring weiter. Bis zum Mittwoch, 27. August jeweils von 9 bis 17 Uhr muss hierfür der Uferweg gesperrt werden, da ein gefahrloses Passieren der Bohrgeräte wegen der geringen Wegbreite nicht möglich ist. Restarbeiten und die Bohrungen am Mühlenweg und am Salinenkanal werden dann zwischen dem 1. und 5. September stattfinden.
Nach der Bodenansprache, die direkt im Gelände an den gewonnenen Bohrkernen erfolgt, werden die Proben im Labor weiteren physikalischen und chemischen Untersuchungen unterzogen.
Ein Teil der Bohrungen wird direkt zu Grundwassermessstellen ausgebaut, um im weiteren Verlauf der Planungen ein detaillierteres Bild der Grundwasserverhältnisse im Nahbereich des Wehres zu erhalten.
Von dem Bohrprogramm, das mit den zuständigen Stellen intensiv abgestimmt wurde, geht, wegen des geringen Durchmessers der Bohrungen, keinerlei Gefahr für Bauten, Mensch und Tier aus.
