Rheine. In einem Vortrag geht Katrin Himmler der Frage nach, warum der Nationalsozialismus und seine „Herrenmenschen“-Ideologie so attraktiv waren für ihre eigenen Großeltern und für so viele andere Deutsche und erläutert dies unter anderem anhand der Forschungsergebnisse zu ihrer Familiengeschichte, die sie in ihrem Buch „Die Brüder Himmler“ veröffentlicht hat.
Anschließend berichtet sie darüber, wie man in der Himmler-Familie, aber auch in anderen deutschen Familien nach 1945 mit der (Mit-)Verantwortung an den NS-Verbrechen umging. Inwiefern wurde diese Verantwortung verschwiegen, verharmlost und zum Teil noch bis heute geleugnet? Welche Auswirkungen hatten das familiäre Schweigen und die mangelhafte Strafverfolgung von NS-Tätern nach 1945 auf die nachkommenden Generationen - in den Familien selbst, aber auch gesellschaftlich? Und was hat der zunehmende Rechtsruck in der Gesellschaft womöglich mit alldem zu tun?
Katrin Himmler ist Politikwissenschaftlerin, Autorin und Großnichte Heinrich Himmlers. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit familiären Überlieferungen über die NS-Zeit, deren kritisches Hinterfragen sie als eine wichtige Form der gesellschaftlichen Auseinandersetzung sowohl mit dem Nationalsozialismus als auch mit heutigem Rechtsextremismus und Rechtspopulismus versteht. Veröffentlichungen sind unter anderem: „Die Brüder Himmler. Eine deutsche Familiengeschichte“ (2005) und, gemeinsam mit dem Historiker Prof. Dr. Michael Wildt, „Himmler privat. Briefe eines Massenmörders“ (2014).
Der Vortrag findet statt am Mittwoch, 21. Januar, 19 Uhr in der Volkshochschule Rheine. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung unter der Rufnummer 05971/ 939-123 ist erforderlich.
