Critical Mass Rundfahrt

Über 60 Radler hatten sich an der Critical Mass-Rundfahrt beteiligt. Foto: M Schrief

Rheine

Rheine. In Deutschland gibt es deutlich mehr Fahrräder als Pkw: Laut Statistik 80 Millionen Räder und knapp unter 50 Millionen Pkw. Die vorhandene Verkehrsfläche und die jeweilige Infrastruktur spiegeln dieses Verhältnis nicht wieder.

Fürs Auto tut man in Deutschland alles, fürs Rad sehr viel weniger. Das muss sich, gerade im urbanen Bereich, ändern, sagt Helmut Holtkamp, ADFC-Ortgruppensprecher von Rheine und fordert: Mehr Platz fürs Fahrrad.

Mehr Gleichberechtigung zwischen Rad- und Autoverkehr. Eine Radinfrastruktur die mindestens genauso komfortabel und lückenlos ist, wie die für den Autoverkehr.

„Critical Mass“-Rundfahrt

Über 60 Radler sind am Freitagabend dem Aufruf zur „Critical Mass“-Rundfahrt gefolgt. Gemäß Paragraf 27 der Straßenverkehrsordnung (StVO) fuhren sie als Verband über die Straßen in der Rheiner Innenstadt. Vom Borneplatz ging es auf den Ring, wo sich der Radverband jeweils eine Fahrspur in Anspruch nahm. Über die Elter und die Surenburgstraße folgten die Radler der Aloysiusstraße immer geradeaus bis zum Konrad-Adenauer-Ring. Von da ging es via Ring und Bodelschwingh-Brücke in die Stadt zurück.

Zum Ende der Veranstaltung sprach Holtkamp noch zwei Punkte an, die auf der Agenda des ADFC Ortgruppe Rheine ganz oben auf der Wunschliste stehen. Erstens: Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerhalb der Stadt. „Weil das nachweislich die Unfallzahlen reduziert und den Autoverkehr kaum ausbremst.“ Zweitens:

Die Kreisverkehre in Rheine. „Wir begrüßen, dass Kreisverkehre eine einheitliche Gestalt bekommen sollen. Strittig ist, ob Autos und Radfahrer im Kreisverkehr zusammengeführt werden, oder ob Radfahrende eine separate Spur in Kreisverkehren bekommen. Für die erste Variante plädiert die Verwaltung. Für die Zweite unser Fahrradbotschafter Eddy van Eeden und mit ihm viele andere sowie in weiten Teilen der ADFC, favorisieren eine eigene Spur für Radfahrende. Entsprechend Fahrrad-Monitor 2025 vom Bundesministerium für Verkehr der wiederum auf dem Fahrrad-Monitor 2023 verweist: 94 Prozent der Befragten fühlen sich demnach vor allem auf vom Auto- und Fußverkehr getrennten Radwegen sicher.“

Etwa eine Stunde nach dem Start um 18 Uhr klang die „Critical Mass“-Rundfahrt vor dem Rathaus aus. „Wir sind zufrieden mit der Zahl der Teilnehmenden, der Ablauf war unfallfrei und absolut unproblematisch“, bilanzierten Holtkamp und Nagelschmidt. Kein Manko, aber eine Tatsache war der durchaus nicht ganz geringe Altersdurchschnitt der Teilnehmenden.


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