Rheine (DiLi). Schulterpolster, Dauerwellen, Vokuhilas und der packende Sound von Europe mit „The Final Countdown“ im Radio. Wovon die Rede ist? Willkommen im Jahr 1986! Es ist das Geburtsjahr unserer Zeitung – und ein Jahr, das die Welt, aber auch unsere Heimatstadt Rheine prägte.
Vor 40 Jahren fand die erste WIR IN den Weg in die Briefkästen in und um Emsdetten und Rheine.

Eine Zeitung für die ganze Familie voller Nachrichten und spannender Geschichten. Woche für Woche berichten wir über das, was vor Ihrer Haustür passiert: vom lokalen Verein, über Geschäftseröffnungen bis hin zu den wichtigsten Nachrichten aus der Nachbarschaft. Wir informieren Sie Woche für Woche über die besten Angebote, Trends und Aktionen des lokalen Handels und halten Sie über Entwicklungen aus der lokalen Wirtschaft auf dem Laufenden.
Dass wir diesen Geburtstag feiern dürfen, ist vor allem Ihr Verdienst. Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken, bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser für Ihre Treue, Ihren Zuspruch und Ihre Kritik und bei Ihnen, liebe Kundinnen, Kunden und Geschäftspartner für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Stöbern durch die nächsten Seiten! Ihre Annett Rentz - Geschäftsführerin Wir in Detten GmbH & Co. KG
Das Lebensgefühl vor 40 Jahren war voller Kontraste. Ein Blick zurück zeigt eine faszinierende Mischung aus globaler Erschütterung, technologischem Aufbruch und lokalem Pioniergeist. Auf Rheines Straßen traf die bunte Neon-Mode, wilde Frisuren, auf eine düstere, faszinierende Wave- und Gothic-Szene. Jugendliche mit hochtoupierten, haarsprayfixierten Haaren, grellem Make-up, Lederjacken und Netzhemden prägten das Bild. In den Discotheken (gibt es dieses Wort heute überhaupt noch?) liefen Hits wie „We Are The World“ (geschrieben von Michael Jackson und Lionel Richie), „Lady In Red“ (Chris de Burgh) oder die meistverkaufte Single des Jahres 1986 „Don’t Leave Me This Way“ (The Communards).
Das war vor 40 Jahren
Diese Unbeschwertheit bekam im April 1986 jedoch einen tiefen Riss. Die Nuklearkatastrophe im fernen Tschernobyl wirbelte auch das Leben im Münsterland durcheinander. Gesperrte Spielplätze und die Sorge vor verstrahltem Gemüse auf dem Wochenmarkt brachten die globale Bedrohung direkt vor die eigene Haustür. Nur Monate zuvor hatte bereits die Explosion der US-Raumfähre Challenger die Welt in Schockstarre versetzt.
Technik-Boom und Kultkarren
Gleichzeitig schritt die Moderne unaufhaltsam voran. Wer „up to date“ sein wollte, investierte in die ersten digitalen Rechner wie den legendären Heimcomputer Amiga 1000 oder den Dauerbrenner Commodore C64. In den Wohnzimmern hielten CD-Player Einzug – die glänzenden Scheiben verkauften sich laut Händlern damals „wie geschnitten Brot“. Zu Weihnachten strapazierten sprechende Teddybären namens Teddy Ruxpin und die ersten Laser-Tag-Spiele die Wunschzettel der Kinder. Auf den Straßen zogen derweil der schnittige Ford Capri, Audi 80, der Siebener-Bolide von BMW (die zweite Generation der Luxuslimousine, die 1987 auch als erster deutscher Nachkriegs-V12 erschien), oder der Volvo 480 die Blicke auf sich.
Was Rheine bewegte
Für den Automobilverkehr war das Jahr 1986 in Rheine ein durchaus bedeutsames: Am 13. Mai erhielt unsere Stadt den ersten der lang ersehnten Autobahnanschlüsse mit Freigabe der Auffahrt Rheine-Kanalhafen. Nur ein Jahr später erfolgte dann bereits die Freigabe der B70 von der neuen Autobahnauffahrt Rheine-Nord bis zur Salzbergener Straße, womit die A30 beginnend an der A2 in Bad Oeynhausen durchgegehend bis Rheine fertig gestellt war. Heute führt die A30 weiter bis zur niederländischen Grenze, wo sie sich anschließt an die niederländische A1. Die A30 ist damit ein wesentlicher Teil der europäischen Verbindung Amsterdam–Berlin–Warschau (Europastraße 30).
Ein weiterer Meilenstein der Verkehrsinfrastruktur war die Fertigstellung der Ortsumgehung der B481 und der Bahnunterführung am Burgsteinfurter Damm in Mesum.

Sehr umstritten war seinerzeit der Bau der B 70 durch den Bentlager Wald. Foto: Heimatverein Rheine
Renovierung der Emsmühle
Für das Stadtbild prägend bis heute war im Jahr 1986 der Beginn der Renovierung der historischen Emsmühle.
Gesellschaftlich und sozial bedeutend war für die Stadt die Einweihung des Kremerhauses an der Humboldtstraße. In dieser Einrichtung aufgenommen werden seitdem Männer und Frauen ab 18 Jahren, die wohnungslos- oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind, wobei sie hier auch fachliche Unterstützung, Beratung und Begleitung erfahren.
Im gleichen Jahr gründete sich in Rheine der Ausländerbeirat, der in der Stadt die Interessen der ausländischen Einwohner vertritt und die Stadt in den Angelegenheiten berät, die die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger betreffen.
Und wenn die Rheinenser 1986 ins Kino strömten, dann für echte Klassiker. Zwar stürmte Tom Cruise als Flieger-Ass Maverick in „Top Gun“ weltweit die Kino-Charts (gefolgt von „Crocodile Dundee“ und „Karate Kid II“), doch in Deutschland gab es einen ganz anderen Publikumsfavoriten: Die packende Bestseller-Verfilmung „Der Name der Rose“ lockte fast sechs Millionen Menschen vor die Leinwände.
Ein wildes, emotional geladenes und unvergessliches Jahr – und zugleich ein perfekter Startschuss für vierzig Jahre Zeitungsgeschichte in Rheine und Umgebung!

Vor vierzig Jahren begann die Rekonstruktion der 1754 eingeschossig erbauten Emsmühle zum erweiterten, zweigeschossigen Stand von 1897. Foto: Heimatverein Rheine
Die 1980er Jahre Auf dem Thie
Die älteren Bürgerinnen und Bürger können sich daran erinnern, dass Auf dem Thie bis weit in die 1980er Jahre noch eine ausgedehnte Parkfläche vorhanden war.
Im Sinne der weiteren Entwicklung der Innenstadt sollte die freie Fläche mit Geschäfts- und Wohnflächen bebaut werden. Zur Versorgung mit Parkplätzen, wurde unter den Wohn- und Geschäftshäusern eine Tiefgarage geplant. Wie man heute sehen kann, wurden die Planungen umgesetzt und Auf dem Thie eine der letzten, größeren freien Flächen der Innenstadt bebaut. Im gleichen Zug wurde auch die zu einem Teil dringend sanierungsbedürftige Bebauung auf dem Hügel teils abgerissen und durch Neubauten ersetzt.

Auf dem Thie hat sich viel getan Mitte der 1980er Jahre. Das Bild von 1985 zeigt den damals noch dort angelegten Parkplatz. Foto: Stadtarchiv Rheine
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