Kunst und Kultur bis Mitternacht in Rheine

Auch die Fachwerkhofanlage Pöpping in Elte können Sie erkunden. Foto: Schulte Renger

Rheine

Rheine / Elte. Alle Jahre wieder und immer wieder neu präsentiert sich auch in diesem Jahr die Nacht der Museen am Samstag (6. August) in Rheine.

 

Was im Sommer 2006 als Experiment mit fünf privaten und öffentlichen Ausstellungsorten begann, hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und immer wieder neue An- und Einsichten geschaffen. Koordiniert vom Kulturservice der Stadt Rheine, präsentieren eine Vielzahl von ehrenamtlichen Kulturmachern in drei Kulturräumen in Rheine eine Fülle von Kunst und Kulturerlebnissen. Drei Kulturräume heißt nicht drei Häuser, sondern steht für kulturelles Leben in Bentlage, in Elte und in der Innenstadt.

In Bentlage präsentieren sich das Kloster Bentlage, die Salzwerkstatt und das Josef-Winckler-Haus. Von der Ökonomie, über die Druckwerkstatt bis hin zur Märchenbibliothek und der Westfälischen Galerie – im Kloster ist einiges los. Neben den allgemeinen Museumsführungen finden auch Schauspielführungen mit dem Geheimrat Piton statt.

Passend zur Ausstellung „Altes Stroh zu neuem Gold“ werden Märchen für Groß und Klein vorgetragen, außerdem stehen die ausstellenden Künstler für Gespräche zur Verfügung. Die Kunstwerke von Rob Sweere können die Besucher für sich „erobern“ und so zu ganz neuen Ansichten gelangen.

Die Salzwerkstatt präsentiert gemeinsam mit dem Josef Winckler-Haus eine spannende Verbindung von Salz und Literatur. In Kurzführungen rund um das „weiße Gold“ erfährt der Besucher, mit welchem Erfindungsreichtum hier vor über 200 Jahren das Salz produziert wurde und wie aus dem Sohn des Salineninspektors ein bekannter Schriftsteller wurde. Die „Literarische Bühne“ trägt ausgewählte Texte von Josef Winckler vor und gibt damit einen lebendigen Einblick in das vielfältige Werk des Schriftstellers.

2016 31 m Saline In Bentlage können Sie Samstagabend Ihr eigenes „weißes Gold“ herstellen. Foto: Schulte Renger

Selbstverständlich kann der Besucher auch sein eigenes Bentlager Salinensalz herstellen. Das Kunstmeisterhaus befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Salzsiedehaus und ist das Domizil des Kunstkreises Spektrum 88. Die Wiese gleich nebenan wird zur Freiluftgalerie, sollte der Platz im Haus nicht ausreichen. Zur diesjährigen Nacht der Museen lassen sich die 38 Künstlerinnen und Künstler vom Namen des Hauses inspirieren und präsentieren ihre künstlerisch ganz unterschiedlichen Werke im und am Kunstmeisterhaus. Malerei, Grafik, Bildhauerei, Fotografie – alles ist dabei.

In der Innenstadt sind selbstverständlich die bekannten Ausstellungsorte Falkenhof-Museum, das Apothekenmuseum, das Basilika-Archiv, das kleine Eisenbahnmuseum und das Textilmuseum dabei. Außerdem wird es wieder Galerien in Geschäftshäusern geben. Natürlich gibt es auch in der Innenstadt noch vieles mehr zu entdecken – von einer Cocktailbar im Falkenhof über Herrn von Morrien bis hin zur ein oder anderen musikalischen Überraschung.

Als dritter Kulturraum präsentiert sich Elte mit der Ludgeruskirche und der Fendesack Scheune am Dorfplatz sowie der Münsterländer Hofanlage Pöpping. Die kleine Dorfkirche St. Ludgerus wurde 1668 erbaut und birgt in ihren Mauern manchen historischen Schatz – wie etwa einen Altar von Bernd Meyering oder einen Ludgerus aus dem 15. Jahrhundert. Gleich nebenan liegt die Scheune Fendesack, in der es alte Handwerksgeräte und Kuriositäten aus der ganzen Welt zu sehen gibt, die der Sammler Michael Glasmeyer in 30 Jahren auf seinen Reisen zusammengetragen hat. Der Dorfplatz ist in diesem Jahr auch der Ausgangspunkt für die Exkursionen zu Pöppings Hof, denn hier beginnt das Nonnenpädken, auf dem Heinz Pöpping die Besucher zum Hof führt und dabei gleich erklärt, warum das Nonnenpädken gerade diesen Namen bekam.

Wer in der Museumsnacht nicht mit dem Fahrrad unterwegs ist, erreicht die drei Veranstaltungsorte in Bentlage bequem mit dem vom Kulturservice eingesetzten Pendelbus. Die Haltestelle befindet sich am Parkplatz Saline Gottesgabe. Von dort geht es zu Fuß zum Kloster Bentlage. Wer möchte, nutzt auch hier einen Busservice, der im Viertelstundentakt zwischen dem Parkplatz Saline Gottesgabe und dem Klos­ter Bentlage verkehrt.

Alle Führungen und Eintritte in der Nacht der Museen sind kostenlos, ebenso wie der Busservice zum Kloster und der Pendelbus zwischen den drei Standorten Bentlage, Innenstadt und Elte.

Der Flyer zur Nacht der Museen ist beim Verkehrsverein, an der Information im neuen Rathaus, beim Kulturservice und bei allen teilnehmenden Museen und Kulturveranstaltern erhältlich.


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