Perspektive Ausbildung

Fröhliche Gesichter beim Unterschreiben der Ausbildungsverträge Foto: EWG Rheine

Rheine

Rheine. Vor 13 Monaten kamen Ezatullah und Jawed nach Deutschland – einer von ihnen im August 2015 über die Balkanroute zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle, der Zweite in einer Odyssee durch Russland und die Ukraine.

„Wir schaffen das!“ wird für Ezatullah und Jawed in Deutschland immer mehr zur Realität. Die beiden jungen Afghanen sind 20 und 22 Jahre alt. In ihrer Heimat sind sie zur Schule gegangen, haben gearbeitet, sprechen etwas Englisch. In Rheine gehen sie seit letztem November zur Schule. Und damit beginnt ihre Geschichte in unserer Stadt – eine gute Geschichte. Sie lernen in der ersten internationalen Förderklasse am Berufskolleg Rheine, an vier Tagen in der Woche. Unsere Schrift war ihnen im Grundsatz bekannt, aber Paschtun und Farsi sind ihre Muttersprachen. Aber: Es ging voran mit der schweren Sprache der Dichter und Denker. Im Frühjahr wurde der Wunsch nach Praktikum und Arbeit immer konkreter.

Aber wie kommt ein junger Afghane in unserem System der stark arbeitsteiligen Produktion an, das ihm völlig fremd ist? Das Berufskolleg und die EWG terminieren die ersten Betriebsbesuche. Einer dieser Besuche führte die jungen Männer in die Firma Lammers GmbH & Co. KG. Der Geschäftsführer zeigte sich offen für ein Praktikum. Die beiden Afghanen bewährten sich im Praktikum und die Firma wagt sich unn an die Ausbildung der beiden Geflüchteten ab dem 1. August 2017 im Beruf des Elektronikers für Maschinen- und Antriebstechnik. Ein mutiger Schritt für einen mittelständischen Betrieb. Aber auch ein Beispiel für einen Weg, den Unternehmen in den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen Berufen gehen können.

Der Ausbildungsvertrag ist unterschrieben, die Bleibeperspektive mit der Fachstelle Migration und Integration der Stadt Rheine abgeklärt. Das Berufskolleg wird Ezatullah und Jawed und die anderen jungen Männer der internationalen Förderklasse bis zum nächsten Sommer an den Hauptschulabschluss heranführen. Dienstags werden beide, so wie einige andere Mitschüler auch, in den Betrieb gehen. Im nächsten Sommer geht es dann endgültig los mit der Ausbildung.


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