Rheine. In den internationalen Förderklassen der Berufskollegs in Rheine werden junge Leute, vorwiegend junge Männer, beschult. Die Berufskollegs in Rheine, das sind die Kaufmännischen Schulen, die Josef-Pieper-Schule und das Berufskolleg. Die erste der insgesamt vier internationalen Förderklassen ist im Berufskolleg im November letzten Jahres mit intensivem Sprachunterricht gestartet.
In dieser Klasse können sich mittlerweile alle Schüler auf Deutsch verständigen und verstehen in der Regel deutlich besser, als sie selber sprechen können. Alle gehen noch bis zum kommenden Sommer in die Schule, um zumindest den Hauptschulabschluss abzulegen. In den vergangenen Monaten wurde über eine enge Zusammenarbeit zwischen EWG und Berufskolleg über die Hälfte der jungen Männer dieser ersten Klasse in Praktika vermittelt. Zwei Geflüchtete haben bereits Ausbildungsverträge für das nächste Jahr unterschrieben.
Die begonnene Kooperation zu vertiefen und auf alle Berufskollegs in Rheine zu übertragen – das ist das Ziel der jetzt geschlossenen Vereinbarung zwischen EWG und den Berufskollegs. Dabei steht die Vermittlung von Betriebspraktika, Betriebsbesuchen und Gespräche mit Geflüchteten und Unternehmen im Vordergrund. Das Modell der internationalen Förderklassen für Geflüchtete in den Berufskollegs sieht einen wöchentlichen Praktikumstag und eventuell Ferienpraktika vor. An den vier anderen Schultagen werden alle Fächer unterrichtet, die für den Schulabschluss der Geflüchteten im nächsten Jahr notwendig sind. Viele Unternehmen klagen über mangelndes Bewerberinteresse vor allem bei gewerblich-technischen Berufsausbildungen.
Die Geflüchteten der internationalen Förderklassen über Betriebspraktika kennenzulernen und vielleicht in ein Ausbildungsverhältnis zu übernehmen, kann dabei eine gute Alternative sein. Die EWG (Anne Leiwering-Muldbücker, 05971 / 8006630) vermittelt und begleitet sowohl Geflüchtete der internationalen Förderklassen als auch Unternehmen bei Praktika oder Ausbildung.
