Caritas: Sorgen um die Radstation

Trotz aller Schwierigkeiten schauen Caritas-Vorstand Dieter Fühner (l.) und Ludger Schröer (r.) sowie Caritas-Pfarrer Meinolf­ Winzeler positiv in die Zukunft.Foto: Schulte Renger

Rheine

Rheine (isr). Vergangene Woche lud die Caritas zur Jahrespressekonferenz – und verlieh auf dieser unter anderem ihrer Sorge um die bestehende Radstation Ausdruck, die von Menschen mit Behinderungen geführt wird. Die Stadt hegt nämlich Pläne, am Westausgang des Bahnhofs eine unbewirtschafte Fahrradabstellanlage einzurichten.

„250 kostenlose Abstellplätze würden zu erheblichen Einbußen für die bestehende Radstation führen. Hier arbeiten erfolgreich seit über 15 Jahren an 365 Tagen im Jahr behinderte Menschen. Würden wir diese Station verlieren, so wäre das ein schlechtes gesellschaftliches Zeichen“, betonte Dieter Fühner vom Vorstand der Caritas. Er appellierte an die Stadt, ihre Pläne daher nochmals zu überdenken.

Doch auch Postives gab es zu berichten. So sollen diverse Caritas-Projekte in diesem Jahr begonnen oder fortgeführt werden. Dazu gehört zum Beispiel der Baustart für die Seniorenwohnungen auf dem Gelände des Alfonsushauses. Hier soll auch eine weitere Tagespflege für Demenzkranke entstehen. Des Weiteren will der Verband Räume im Maximilian-Kolbe-Haus an der Bühnertstraße anmieten, um dort eine Sozialstation zu betreiben. Auch an der Quartiersentwicklung rund um die Antoniusschule will sich die Caritas beteiligen – hier sieht sie Potential für Beratungs­angebote sowie Wohnraum für psychisch und suchterkrankte Menschen, von denen derzeit rund 30 bis 60 Personen von Obdachlosigkeit bedroht seien. Und da auch die Emstorwerkstätten aus allen Nähten platzen, will man an der Düsterbergstraße eine Filiale aufbauen mit 150 Arbeitsplätzen; der Standort an der Stolbergstraße soll aufgegeben werden. Abschließend benannte Fühner ein Wohnhaus für Menschen mit Suchterkrankungen an der Overbergstraße als letztes Projekt für 2017.

Dieses Jahr steht bei der Caritas übrigens unter dem Leitmotto „Zusammen sind wir Heimat“. Flucht und Zuwanderung sind auch in Rheine weiterhin ein Thema, denn rund 800 Flüchtlinge sowie 7.500 Menschen mit Migrationshintergrund leben derzeit in der Emsstadt. Caritas-Pfarrer Meinolf Winzeler plädierte hier für einen „Dia­log der Religionen“: „Ohne Rückgriff auf die Welt der Religion und das offene, res­pektvolle Gespräch miteinander kann es nicht gehen. Religion greift tief und hält Schätze wie Respekt und Wertschätzung bereit.“

Daher sind unter anderem ein „Fest der Kulturen“ am 1. Juli im Centro S. Antonio und eine Veranstaltung im Juni geplant, in der so genannte „Stammtischparolen“ einmal konkret thematisiert werden sollen. Fühner betonte: „Wir müssen gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen und wollen den Begriff ,Heimat‘ nicht den Rechtspopulisten überlassen!“

Auch der Transparenzbericht der Caritas wurde im Rahmen dieses Gespräches vorgelegt. Einzusehen ist er online auf www.caritas-rheine.de. Nach dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“ werden hier die aktuellen Caritas-Zahlen offengelegt. So erfahren Sie unter anderem, dass rund 1.500 Menschen bei der Caritas arbeiten, dass die Anzahl der sich engagierenden Menschen gleichbleibend hoch ist und im vergangenen Jahr ein Umsatz von rund 70 Millionen Euro bewegt wurde. Eingenommen wurden zirka 56,6 Millionen Euro.


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