Leuchtende Gurken und glühende Gummibärchen

Leuchtende Gurke zur Weihnachtsvorlesung: Am Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt knallte und rumste es traditionell zum Jahresabschluss. Foto: FH Münster/Maxi Krähling

Steinfurt

Münster/Steinfurt. „Meine Damen und Herren, es geht nicht weniger als um Ihr Leben“, führte Prof. Dr. Christof Wetter in seine Allegorie ein. Die folgende bildhafte Darstellung über das Leben und welche Dinge dort den bedeutsamsten Platz einnehmen sollten, war vielleicht der Programmpunkt, bei dem es am wenigsten rumste und krachte, dafür aber einer der besinnlichsten. Denn auch ruhige Momente dürfen bei einer Weihnachtsvorlesung nicht fehlen.

Zu diesem besinnlich-experimentellen Showdown hatte die FH Münster traditionell kurz vor Weihnachten auf den Campus Steinfurt geladen. Und so griffen Prof. Dr. Helmut Grüning und drei seiner Kollegen vom Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt am Donnerstagnachmittag wieder einmal tief in die Physik- und Chemie-Trickkiste. Vor einem vollen Hörsaal ließen es die Lehrenden der Umwelttechnik ordentlich krachen: Hände brannten, Teelöffel klebten an Nasen, Nebelringe schossen auf Studierende und ein Feuertornado tauchte den Hörsaal in eine weihnachtliche stimmungsvolle Atmosphäre. „Einige Versuche können Sie gerne zuhause nachmachen“, ermutigte Prof. Grüning die Zuschauer, sich in der Welt der Physik auszuprobieren. 

Dass Gegenstände aus einem normalen Haushalt ebenfalls unerwartete Eigenschaften besitzen, verdeutlichte Prof. Dr. Hans-Detlef Römermann. So hielt ganz normale Speisestärke der Wucht eines Hammerschlages problemlos stand. Beim vorsichtigen Umrühren glitt ein Löffel hingegen hindurch wie Butter. „Das liegt daran, dass die Stärkemoleküle sehr lang sind. Bei wenig Kraftaufwand können sie dank einer Wasserschicht aneinander vorbeigleiten. Übt man viel Kraft aus, wird das Wasser zwischen den Molekülketten verdrängt und die Ketten verzahnen sich – die Stärke wird für kurze Zeit sehr fest“, erklärte Prof. Römermann.

„Bei der Weihnachtsvorlesung geht es nicht nur um die Showeffekte, sondern darum, Wissen und Spaß miteinander zu kombinieren“, sagte Prof. Grüning. Bei vielen Versuchen konnten Studierende deshalb auch direkt mitmachen. Er selbst hatte in diesem Jahr extra zwei neue Versuch dabei. Er brachte eine Salzgurke durch Elektrizität zum Glühen und ließ Luftballons mittels eines Lasers zerplatzen.

Zu guter Letzt schoss er noch mit einer Vakuumkanone kleine Spielzeugtiere quer durch den Hörsaal. Das sorgte für ordentlich Spaß – sowohl wegen des Knalls als auch wegen des Geschenkeregens.
Mit einem gemeinsam gesungenen Lied verabschiedeten sich dann die Professoren für dieses Jahr von ihren Studierenden und beendeten die Weihnachtsvorlesung 2019.


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