Ein Leben für das Krankenhaus

Doris Teller (mit Blumen links) und Rosa Kogenschott sind schon seit 45 Jahren Mitarbeiterinnen im Borghorster Krankenhaus und damit aktuell die Dienstältesten von über 700 Kollegen. Dafür gab es Blumen der Geschäftsführung. Foto: ukm-mhs

Steinfurt

Steinfurt (ukm-mhs/kk). Wer auch immer seit 1975 ein Kind im Borghorster Krankenhaus zur Welt gebracht hat, der kennt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit: Seit nunmehr 45 Jahren ist Rosa Kogenschott Mitarbeiterin des Borghorster Marienhospitals und arbeitete davon 40 Jahre auf der Neugeborenen- und Wöchnerinnenstation.

Weil die großen Jubilarfeiern coronabedingt derzeit ausfallen, bekam sie ebenso wie ihre Kollegin Doris Teller jetzt einen Blumenstrauß der Geschäftsleitung überreicht. Denn auch die Laborleiterin Doris Teller arbeitet in diesem Jahr seit 45 Jahren im Borghorster Krankenhaus und hat das Blut Hunderttausender Patienten in der Zwischenzeit untersucht. „Es ist ganz toll, dass Sie beide uns so lange als Mitarbeiterinnen begleiten und erhalten bleiben“, freute sich Geschäftsführer Dirk Schmedding, als er die Glückwünsche überbrachte.

Die Horstmarerin Rosa Kogenschott erinnert sich noch genau, wie sie mit dem damals neuen Chefarzt Dr. Robke ab 1975 die Neugeborenenabteilung aufgebaut hat. „Zehn Jahre lang habe ich die Station auch geleitet“, erzählt sie. Dann wollte sie sich mehr Zeit um Familie und Kinder nehmen. „Da musste ich schweren Herzens die Leitung abgeben und in den Nachtdienst wechseln.“ Denn eine Teilzeitregelung wie heute, die gab es in den 80er Jahren noch nicht. „Da haben es die Kolleginnen heute wirklich leichter.“ Noch eine Entwicklung begrüßt Kogenschott:

„Während die Väter früher nur zu festen Zeiten zu Besuch kommen durften, wickeln sie heute selbst die Kinder und dürfen auf Wunsch fast überall mit dabei sein.“ Für die Frauen findet sie das eine große Erleichterung. Sie sieht aber auch die Kehrseite der Medaille: Wenn Wöchnerinnen früher acht Tage im Krankenhaus verbrachten, waren sie oft mit ihren Kindern schon viel sicherer. Der Babyblues war dann meist überstanden.“ Heute verlassen sie meist nach drei Tagen das Krankenhaus.

Als die Borghorster Geburtenstation im Jahre 2015 geschlossen wurde, kam das für die passionierte Stillberaterin völlig unverhofft. „Die Schließung der Geburtsstation war für mich sehr schmerzhaft.“ Dennoch fühlt sie sich heute auf der chirurgischen Station ebenfalls wohl. „Das machen vor allem die tollen Kollegen wett“, verrät die 66-Jährige, die nach ihrem offiziellen Ruhestand immer noch in Teilzeit auf der Station arbeitet.

Ebenfalls 66 Jahre alt ist Doris Teller. Als 21-Jährige startete sie nach ihrer Ausbildung zur MTA ihre Karriere im Labor des Borghorster Marienhospitals.

Seit fast 40 Jahren leitet sie das Labor. „Da habe ich anscheinend nicht viel falsch gemacht“, sagt die Steinfurterin lachend. Besonders fasziniert habe Doris Teller, wie sich die Technik im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. „Früher haben wir alle Proben noch per Hand angesetzt.“ Damals habe sie mit ihren Kollegen noch vom ersten vollautomatischen Laborapparat geträumt. „Den gab es damals erstmals in Amerika. So einen wollte ich unbedingt auch hier haben.“ Und den bekam sie auch für ihr Labor. Inzwischen geht wirklich vieles automatisch. „Die Arbeit ist aber trotzdem mehr geworden. Denn heute gibt es viel mehr Proben, mehr Parameter, auf die wir testen, und es muss auch schneller gehen“, so die Laborleiterin.

Im kommenden Juni winkt für Doris Teller der Ruhestand. Hört die Laborleiterin aus Leidenschaft dann ganz auf? „So lange ich noch fit bin, kann ich mir gut vorstellen, auch weiterzumachen.“


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