Ostereier färben – extra kreativ

Für hart gekochte Eier wird empfohlen, sie nicht abzuschrecken, da dies das Risiko erhöht, dass die Schale brüchig wird und Keime eindringen. Foto: Liesenkötter

Überregional

Kreis Steinfurt. Kaum etwas macht vor allem auch Kindern so viel Freude wie das Färben von Ostereiern – besonders dann, wenn man auf gekaufte Farben verzichtet und stattdessen die Natur arbeiten lässt. Wer glaubt, dass Küchenreste und Kräuter nur zum Kochen taugen, darf sich jetzt auf ein farbenfrohes Aha-Erlebnis freuen.

Die Farbkiste der Natur ist überraschend großzügig. Rotkohl etwa zeigt sich als wahrer Magier: 45 Minuten gekocht, ein Schuss Essig dazugegeben, ergibt er ein fast mystisches Blau. Kurkuma als Farbstoff (20 Gramm auf etwa einen halben Liter) strahlt wie die Frühlingssonne, Zwiebelschalen – ob rot oder gelb – liefern warme Rot- und Brauntöne, und Rote Bete-Saft schenkt ein sanftes Rosa.

Spinat zaubert Grün, Holundersaft und schwarzer Tee elegante Violett- und Beigetöne. Weiße Eier nehmen diese Farbenspiele besonders begeistert an, braune Eier hingegen verwandeln alles in angenehm gedeckte Erdtöne. Ein kleiner Schuss Essig hilft, die Farben besser zu fixieren. Doch wahre Eier-Kunst entsteht erst mit den passenden Techniken.

Ein Klassiker ist der Natur-Print: Kleine Blätter oder Blüten aufs Ei legen, in einen Seiden- oder Nylonstrumpf wickeln, an den enden eng abbinden, färben – und nach dem Auspacken staunen. Fast wirken die Muster, als hätte ein botanischer Illustrator persönlich Hand angelegt. Wer lieber marmoriert, packt Zwiebelschalen um das Ei, wer Streifen bevorzugt, greift zu Gummibändern. Richtig poetisch wird es mit der „Spitzen-Technik“:

Alte Gardinen zum Beispiel verwandeln sich in Musterlieferanten erster Klasse: Eng um das Ei gewickelt, fixiert und in Farbe getaucht, erzeugen sie filigrane Designs, die aussehen, als habe man stundenlang daran gearbeitet. Wichtig: Lassen Sie das Ei gut trocknen, bevor Sie die Gardine entfernen – nur dann bleibt das Muster scharf. Mit ein paar Tropfen Speiseöl abgerieben, leuchten die Farben auf den Eiern so richtig schön.

So entstehen Ostereier, die nicht nur hübsch aussehen, sondern auch Menge Spaß machen. Und das alles ohne Chemie.


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