Drohnen: Gefahr im Anflug!

Ein Kälbchen aus der Limousin-Herde von Familie Epping in Sinningen wurde bereits wegen eines Drohnenflugs über die Emswiesen von der Herde totgetrampelt. Foto: privat

Überregional

Kreis Steinfurt (DiLi). Drohnen erleben momentan einen richtig Boom. Es gibt sie inzwischen sogar bei Discountern zu kaufen. Doch Sicherheitsexperten warnen vor diesem nicht ungefährlichen Trend. Auch Landwirt Mathias Epping aus Emsdetten-Sinningen ist deutlich verärgert über die unbemannten Fluggeräte, die über seinem Bauernhof sowie seine Wiesen und Tiere fliegen. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch verboten!

 

 

Deutlich besorgt erklärt Mathias Epping im Gespräch mit „Wir in ...“: „Insgesamt sechs Mal wurden wir bereits von Drohnen belästigt. Mein Vater, Otto Epping, erschrak sich sehr, als er Ruhe suchend in seinem Garten eine Drohne am Schlafzimmerfenster vorbeisausen sah. Das Schlimmste ist, wenn diese unbemannten Fluggeräte wie ein Geschoss aus den Emsauen angesaust kommen und über meine Limousin-Herde sowie über die Stallungen donnern. Durch das surrende Geräusch und die Schnelligkeit der Drohnen geraten meine Tiere regelrecht in Panik! Man muss sich das wie bei Menschen vorstellen. Vergleichbar ist die Love-Parade oder ein großes Fußballspiel im Stadion. Unkrollierte Panik ist mehr als gefährlich. Meine liegenden, sich ausruhenden Muttertiere und ihre jungen Kälbchen werden über die Wiesen gescheucht und verfallen in Angst und Schrecken. Sie rennen planlos, wie auf der Flucht, über die Wiesen und Zäune, die nah an der Hauptstraße liegen. Unser Zaun wurde nach einem Drohnenflug von den Rindern bereits einmal komplett umgerissen und plattgetreten. Dabei wurde leider ein Kälbchen tödlich verletzt – die Herde überrannte das arme Jungtier in der Panik. Hier ist die Gefahr eines Unfalls mit tödlichem Ausgang vorprogrammiert“, erklärt der Landwirt. „Ein Muttertier wiegt über 700 Kilogramm und ein Kalb über 100 Kilogramm. Und wenn die Herde unkontrolliert über die Zäune auf die Hauptstraße springt, wäre das eine Katastrophe. Auf unserem Betrieb laufen über 100 Rinder und sie kommen noch in den Genuss, frei in den grünen Emswiesen zu grasen und das soll auch so bleiben. Das ist teilweise Naturschutzgebiet. Unser spezielles Limousinfleisch dient zur Herstellung von Naturfleisch und das können wir nur durch Freigang erhalten. Wir machen uns wirklich große Sorgen – nicht nur um unsere Tiere, sondern auch um die Sicherheit der Allgemeinheit. Die Polizei Emsdetten habe ich bereits daüber informiert“, erklärt er weiter.

Seit dem 7. April dieses Jahres hat sich in der Gesetzeslage zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten was getan. Denn: Der Eigentümer eines Flugmodells oder eines unbemannten Luftfahrtsystems mit jeweils einer Startmasse von mehr als 0,25 Kilogramm, eines unbemannten Ballons oder Drachens mit einer Startmasse von mehr als fünf Kilogramm sowie eines Flugkörpers mit Eigenantrieb muss vor dem erstmaligen Betrieb an sichtbarer Stelle seinen Namen und seine Anschrift mit dauerhafter und feuerfester Beschriftung an dem Fluggerät anbringen. Die Übergangsfrist für bereits vorhandene Geräte geht bis zum 1. Oktober. Jetzt neu gekaufte Drohnen müssen direkt mit dieser Plakette gekennzeichnet weden.
Es ist grundsätzlich verboten, über private Wohngrundstücke zu fliegen, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 Kilogramm beträgt oder das Gerät odere seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen es sein denn, der betroffene Eigentümer hat einem Überflug ausdrücklich zugestimmt. Weiteres absolutes Flugverbot neben Wohngrundstücken gilt für Verfassungsorgane, Bundes- oder Landesbehörden, Kontrollzonen von Flugplätzen, Industrieanlagen, Naturschutzgebiete, Menschenansammlungen sowie Einsatzorte der Polizei und Rettungskräfte.

Wer in Sachen Drohnen-Flug auf der sicheren Seite sein will, kann sich beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin auf der Webseite www.bmvi.de/drohnen informieren.

Bauer-Nachwuchs Jonas Epping (drei Jahre) macht sich Sorgen. Müssen die Rinder demnächst wirklich nur noch im Stall bleiben und können nicht mehr frei in den eigenen Emswiesen laufen, weil sie permanent von Drohnen aufgescheucht und gejagt werden? Foto: privat


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