Ehrenmal wird wieder hergestellt!

Bürgermeister Andreas Kaiser. Foto: Gemeinde

Niedersachsen

Salzbergen. „Ein nationaler Gedenktag wie der heutige Volkstrauertag ist wichtig. Immer wieder müssen wir uns der Toten erinnern und immer wieder müssen wir uns gegenseitig ermutigen, für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einzutreten“, so Bürgermeister Andreas Kaiser bei der Begrüßung anlässlich des Volkstrauertages am Ehrenmal für Kriegsopfer.

Auch ging er auf die Zukunft des erst vor wenigen Tagen beschädigten Ehrenmales ein. Unbekannte Täter hatten insgesamt elf Bronzetafeln mit den Namen der Verstorbenen aus der Verankerung gerissen und zehn Tafeln gestohlen. „Wir stehen hier – wie viele Jahre zuvor – am zentralen Ehrenmal in Salzbergen für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sowie für die Opfer der Bombardierungen Salzbergens im 2. Weltkrieg – und müssen leider auf teilweise leere Sandsteinwände dieses Ehrenmals blicken. Der Schock war groß, als festgestellt werden musste, dass die bronzenen Gussplatten mit den Namen der in den Weltkriegen Gefallenen und Vermissten teilweise aus den Wänden gebrochen und entwendet wurden. Der materielle Schaden ist immens – wir reden über einige 10.000 Euro Wiederherstellungskosten. Der immaterielle Schaden ist jedoch noch erheblich größer“, so Kaiser.

„Die Medien schrieben von einer ,Schändung‘ dieser Gedenkstätte und mir fehlen die Worte, vor so viel Scham- und Rücksichtslosigkeit der Täter. Der Volkstrauertag 2021 hat neben der Trauer um die verstorbenen Angehörigen und Opfer eine weitere traurige Komponente“, so Kaiser weiter. Gemeinsam mit Vertretern der Raffinerie (vom Sockel der Raffinerie wurden vier Bronzeplatten entwendet) soll überlegt werden, wie diese Gedenkstätte wieder bestückt und aus welchem Material Gedenktafeln wieder hergestellt werden sollen. Aus dem Gemeinderat heraus wurde bereits angeregt, gegebenenfalls auch ergänzend über andere Formen des Gedenkens und Erinnerns an dieser Stelle nachzudenken. Deshalb soll hierzu ein Prozess angestoßen werden, in dem neben der Raffinerie und natürlich den Schützenvereinen weitere unterschiedliche, gesellschaftliche Gruppen in Salzbergen, wie etwa der Heimatverein, aber auch die Kirchengemeinden oder die Schulen, mit einbezogen werden.

„Ich würde mich freuen, wenn sich die Schützenvereine, andere Vereine, Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen fänden, die sich finanziell bei der Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung engagieren. Genauso wie nach den vergleichbaren Vorfällen rund um den Kolping-Kreuzweg auf dem Friedhof am Feldkamp – damals wurden dort die Kreuzwegdarstellungen gestohlen –, hoffe ich auch jetzt auf eine große Solidarität aller Salzbergener“, so Bürgermeister Kaiser.
Der Volkstrauertag fand in diesem Jahr unter 3G-Bedingungen statt. Der Musikverein hatte die Gedenkfeier musikalisch eröffnet.

Nach der Kranzniederlegung durch den Bürgermeister Kaiser und Pfarrer Daniel Brinker folgte die Rede zum Volkstrauertag. Mit der Nationalhymne wurde die Gedenkfeier beendet.


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