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Mi, Mär

Waldrappen fliegen frei

Das Bild zeigt zwei der jungen Waldrappen vor der Abreise nach Spanien. Foto: Naturzoo Rheine

Tierwelt

Rheine. Gleich sechs Waldrapp-Ibisse haben kürzlich den Naturzoo Rheine in Richtung Süden verlassen: Die sehr seltenen Vögel sollen im Süden Spaniens im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes bald frei fliegen.

Die hühnergroßen, schwarzen Waldrappen sind gekennzeichnet durch Glatze und Federschopf am Hinterkopf, was auch zu ihrem zweiten Namen (Schopfibis) führt. Sie gehören zu den seltensten Vogel- und sogar Tierarten der Erde. Einst waren sie in Europa häufig, aber in Mitteleuropa waren die Bestände durch intensive Bejagung im 17. Jahrhundert erloschen.

Eine letzte, potentiell überlebensfähige Population, die dank intensiver Schutzbemühungen in den letzten Jahren auf mehrere Hundert Tiere angewachsen ist, existiert in Marokko. In Zoologischen Gärten werden etwa 2.000 Waldrappen gehalten. Diese stellen also eine unermesslich wertvolle „Sicherungs-Population“ dar, für den Fall, dass sich der Freilandbestand nicht mehr auf einer tragfähige Größe halten kann. Aus den Zoos stünden dann Tiere zur Bestandsaufstockung und zur Wiederansiedlung zur Verfügung. Um Erfahrungen für erfolgreiche Methoden zu erlangen, gibt es in Österreich und in Andalusien Projekte, im Rahmen derer Waldrappen in geeigneten Lebensräumen angesiedelt werden. Die Tiere dazu stammen aus Zoo-Nachzuchten – wie die aus dem Zoo in Rheine.

Von den 13 im vergangenen Jahr aufgezogenen Jungen wurden nun sechs dem Ansiedlungsprojekt „Proyecto Eremita“ zur Verfügung gestellt. Sie sollen sich nach Quarantäne und Vorbereitung den bereits frei fliegenden Artgenossen anschließen und dann über Südspanien segeln.


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