Rheine. Die Erforschung des öffentlichen Raums ist mehr als nur ein architektonisches Thema – sie betrifft jeden Menschen in der Stadt. Schließlich ist jeder Bürger zugleich Nutzer und Mitgestalter öffentlicher Plätze. Mit dem künstlerischen Projekt „Raus“, das unter anderem im Rahmen des Zukunftsfestivals am 29. August auf dem Campus der Berufsbildenden Schulen Rheine den Dialog mit jungen Leuten sucht, rückt genau dieser Gedanke in den Mittelpunkt.
Das Zukunftsfestival richtet sich gezielt an junge Menschen und ist eine Kooperation der Initiative „Rheine – Standort der guten Arbeitgeber,“ der EWG-Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH und den Partnern Kaufmännische Schulen Rheine, dem Berufskolleg Rheine und Lernen Fördern.
Ziel des Projektes „Raus“ ist es, durch Kunst Diskussionen anzustoßen, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und gesellschaftlich relevante Themen sichtbar zu machen. „Öffentliche Kunst schafft nicht nur Räume – sie schafft auch Meinungen“, sind Andrea Schneiker von der VHS Rheine und Jan-Christoph Tonigs von der Stadtkultur Rheine überzeugt. Beide leiten in Kooperation das Projekt mit einem Team von insgesamt fünf Künstlerinnen und Künstlern und freuen sich, mit dem Projekt beim Zukunftsfestival dabei sein zu können.
Ein Highlight ist sicherlich die drei Meter hohe Skulptur „Iris“ von Willi Landsknecht. In einem offenen Workshop wird er zudem die Phänomene Macht, Massenverführung und Populismus mit künstlerischen Mitteln untersuchen.
Die Künstlerin Mari Girkelidse lädt das Publikum ein, den Einfluss sozialer Netzwerke auf Privatsphäre und Gemeinschaft kritisch zu hinterfragen. Unter freiem Himmel wird sie eine kleine Druckwerkstatt einrichten, in der Interessierte selbst Druckgrafiken herstellen und dabei Kunst und Diskussion unmittelbar miteinander verbinden können.
Weitere Workshops und Kunstaktionen des mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW geförderten Projektes „Raus“ werden untr anderem im Rahmen der Straßenkunst Rheine vom 5. bis 14. September rund um den Trakaiplatz in der Rheiner Innenstadt angeboten. Hingehen lohnt sich – denn das Projekt „Raus“ zeigt: Kunst kann nicht nur anregend oder schön, sondern auch politisch, kritisch und verbindend sein.