Carl Weddige: Alltag & Poesie

„Die Apfelschälerin“ ist eines der bekannteren Werke Carl Weddiges und wurde vermutlich im Jahr 1851 in der Ausführung Öl auf Leinwand gemalt. Foto: Veranstalter

Kultur

Rheine. Bis heute befinden sich viele der Gemälde von Carl Weddige nicht in Museen, sondern in verstreutem Privatbesitz und werden daher nur selten öffentlich ausgestellt. 37 Jahre nach der ersten Ausstellung über diesen Maler ist es jetzt wieder möglich, seine Werke in größerer Zahl im Original zu sehen. Im Falkenhof Museum Rheine öffnet am Sonntag, 28. September um 15 Uhr die neue Sonderausstellung „Carl Weddige. Alltag & Poesie“.

Der 1815 in Rheine geborene Künstler erfasst in seinen Gemälden das Nahe und Vertraute und wurde durch seine Zeichnungen, die er im Album Rheinense zusammengefasst hat, zu einem einzigartigen Chronisten des Lebens in der Emsstadt um 1850. Sein Blick galt den wohlhabenden Bürgern ebenso wie manchen Bewohnern des Armenhauses.

Mit seinen Genrebildern, die von der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts inspiriert sind, beteiligte sich Carl Weddige an vielen zeitgenössischen Ausstellungen, etwa in Hamburg, Köln, Danzig oder Rotterdam. Die Voraussetzungen für diesen künstlerischen Werdegang, erwarb er durch sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf ab 1831. Trotz der zeitlebens großen Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Rheine, wählte er die Handelsstadt Amsterdam als Wohn- und Lebensort. Neben einigen Erfolgen begleiteten allerdings auch dort Geldknappheit und Existenzsorgen sein gesamtes Künstlerleben.

Die Ausstellung im Falkenhof Museum stellt die Werke in den Kontext ihrer Zeit und veranschaulicht die Kompositions- und Arbeitsweise Carl Weddiges ebenso wie die Rahmenbedingungen seines Künstlerlebens. Ein umfangreiches Begleitprogramm für alle Generationen wird zur Ausstellung angeboten, der Programmflyer ist im Museum und auf Anforderung erhältlich.


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