Rheine. Kaum jemand weiß heute noch, dass die Pfeifenorgel in der Frühzeit des Filmes das Begleitinstrument der Wahl war. So finden sich heute noch in historischen Lichtspielhäusern sogenannte Kinoorgeln, die als besonderes Kulturgut gepflegt und erhalten werden. Nach längerer Pause führt der langjährige Basilika-Organist Andreas Wermeling die Zuhörer und Zuschauer wieder einmal in diese Zeit zurück.
Am Samstag (21. März) wird in der Basilika St. Antonius in Rheine um 19.30 Uhr der Stummfilm „Der müde Tod“ von Fritz Lang gezeigt und mit Spontanimprovisationen von Wermeling an der Orgel vertont. Neben „Metropolis“ zählt „Der müde Tod“ zu den ambitioniertesten Werken des Regisseurs, der später auch in Hollywood Karriere machte. In der Hauptrolle sieht man eine der namhaftesten Schauspielerinnen der Stummfilmzeit. Lil Dagover blieb bis in die Anfangszeit von „Tatort“ in den 70er Jahren als Schauspielerin aktiv. Andreas Wermeling hat den Film auf „kirchenbanktaugliche“ 75 Minuten gekürzt, ohne die Ästhetik und Bildsprache des Films zu beschneiden. Für den Musiker, der sowohl als langjähriger Organist wie auch als aktiver Jazzmusiker mit Improvisation bestens vertraut ist, ist diese Tätigkeit daher weniger ein Experiment, sondern ein spannender künstlerischer Dialog, der zurückführt in die Anfänge der spontanen Stummfilmvertonungen. Der Eintritt ist frei, es erfolgt eine Kollekte.