Rheine feiert Geschichte der Salzgewinnung

In den Gradierwerken wurde die heraufgepumpte Sole für den späteren Siedevorgang durch Verdunstung konzentriert. Foto: Manfred Bröker

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Rheine. Die Stadt Rheine feiert in diesem Sommer ein besonderes Jubiläum und erinnert an die bedeutende Tradition der Salzgewinnung in der Emsstadt. Über Jahrhunderte versorgte die Saline in Rheine-Bentlage die Menschen im Münsterland mit dem lebensnotwendigen und schmackhaften „weißen Gold“.

Die genauen Anfänge der Salzgewinnung liegen im Dunkeln. Ursprünglich hatte man in Rheine ein tausendjähriges Salz-Jubiläum feiern wollen, doch bei den ersten Vorbereitungen entdeckte ein Historiker, dass das bisher überlieferte Datum 1022/1023 einer aktuellen wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhält.

Tatsächlich hatte eine Urkundenfälschung im späten Mittelalter bei mehreren Generationen von Historikern für Verwirrung gesorgt. Im Jubiläumsjahr sollen diese und weitere spannende Themen rund um die Historie der Saline deshalb weiter erforscht werden.

Fest steht jedoch, dass das Salinengelände und die Gebäude vor genau hundert Jahren in den Besitz der Stadt Rheine kamen – Grund genug, um am Sonntag (18. Juni) das Jubiläumsprogramm mit einem Tag der offenen Tür im Salzsiedehaus und einem Musikpicknick im Salinenpark von 14 bis 17 Uhr zu starten.

Die Bonsaibühne wird zu Gast im Salinenpark sein und gleich zwei Bands liefern ein vielfältiges Konzertprogramm: Die Sängerin Melanie Heizmann und der Gitarrist und Sänger Markus Gahlen lieben den musikalischen Flow, und noch mehr lieben sie es, ihre Zuhörer dorthin mitzunehmen. Das Rezept: eine musikalische Melange aus Smooth Jazz, Bossa Nova und Popklassikern, die mal animiert-groovy, mal cool und „laid back“ daherkommt und dabei stets ebenso überraschend wie originell ist.

Das Quartett „Voice, Strings & Fire“ blickt mit seinem Crossover aus Jazz, Pop und Klassik auf eine lange Jazzstreichquartett-Tradition als Instrumentalisten und Komponisten zurück. Ob Beatles, Sting, Ray Charles oder Santana: Mit ihren Stimmen und Streichinstrumenten setzt das Quartett die großen Hits in neuem Licht in Szene.

Alle Gäste können ihr Picknick entweder selbst mitbringen oder sich im Schülercafé der Bischöflichen Schule für Sozialpädagogik mit Kaffee und Kuchen versorgen. Der Eintritt ist frei.

Die Schausiedepfanne des Fördervereins Saline Gottesgabe und die Salzwerkstatt der Städtischen Museen Rheine sind geöffnet. Bei freiem Eintritt gibt es an diesen beiden Orten spannende Einblicke in das Salzsieden und auch die historischen Salzlager, Feuerungsstätten und Siedepfannen können besichtigt werden. Das Künstlerduo David Mannstein und Maria Vill präsentiert zum Jubiläum eine Fotocollage an der Außenwand des Salzsiedehauses und erinnert an die Salinenarbeiter, die früher auf dem Gelände tätig waren und am Dreigiebelhaus starten um 14.30 und 15.30 Uhr öffentliche Kurzführungen zur Salinengeschichte.

Die Veranstaltergemeinschaft lädt alle Besucher ein, die Salinengeschichte zu erkunden und den Aufenthalt im sommerlichen Salinenpark zu genießen.

 


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