Der TV Emsdetten ist ein nationaler Botschafter für unsere Stadt

Foto: TheMediaGuys

Handball

Geschäftsführer Frank Wiesner, Geschäftsführerin Heike Schürkötter und Geschäftsleiter Florian Ostendorf im großen Saisoninterview vor der neuen Spielzeit mit einem Rückblick in die dritte Liga, einen Ausblick in das anstehende Jahr als Aufsteiger und ihre Wünsche und Hoffnungen.

Drei Jahre 3. Liga liegen hinter euch. Wenn ihr heute zurückblickt: Was überwiegt?

Frank Wiesner: Dieser Erfolg ist nicht in einer Saison entstanden. Es war das Ergebnis von drei Jahren Arbeit. Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Partner und Fans – jeder hat seinen Teil dazu beigetragen.

Florian Ostendorf: Vor allem Stolz. Nach dem Abstieg war allen bewusst, dass der Weg zurück kein Selbstläufer wird. Wir haben die Zeit genutzt, um den Verein in vielen Bereichen weiterzuentwickeln. Genau deshalb fühlt sich dieser Aufstieg auch so besonders an. Wir haben nicht nur sportlich gearbeitet, sondern den gesamten TVE weiterentwickelt.

Was war der Schlüssel für diese außergewöhnliche Saison?

Heike Schürkötter: Ich glaube, vor allem die Geschlossenheit dieser Mannschaft. Jeder wusste, welche Rolle er hat und jeder hat diese Rolle angenommen. Lennart Lingener und sein Trainerteam haben hier hervorragende Arbeit geleistet. Ein wichtiger Faktor war auch Andreas Klose als Head of Performance. Diese Investition hat uns enorm geholfen. Die Mannschaft war körperlich und mental auf einem anderen Niveau und gleichzeitig konnten wir Verletzungen deutlich reduzieren.

In der Aufstiegsrunde lief nicht alles perfekt. Gab es Momente des Zweifelns?

Heike Schürkötter: Nein, Zweifel eigentlich nicht. Natürlich hätten wir uns in einigen Spielen etwas souveräner präsentiert. Aber wenn man die komplette Saison betrachtet, gibt es keine Diskussion. Zwei Minuspunkte in der Hauptrunde und zwei starke Derbysiege sprechen für sich. Auch in der Aufstiegsrunde haben wir 5:3 Punkt geholt! Am Ende war dieser Aufstieg verdient – und ich glaube, die gesamte Region hat ihn sich verdient.

Die Aufstiegsfeierlichkeiten waren außergewöhnlich. Wie habt ihr diese Tage erlebt?

Frank Wiesner: Das war Gänsehaut pur. Wir haben gemeinsam das entscheidende Spiel geschaut und kurze Zeit später standen die ersten Fans an der Halle. Aus wenigen Menschen wurden innerhalb kürzester Zeit mehrere hundert.
Heike Schürkötter: Und am nächsten Tag waren fast 3.000 Menschen in der Innenstadt. Genau das ist Emsdetten. Dieser Verein verbindet Menschen und Generationen.

Ihr habt den Weg zurück mit einer Dokumentation der Media Guys begleitet. Warum war euch das wichtig?

Florian Ostendorf: Die Idee entstand bereits vor drei Jahren. Zweimal hat es nicht funktioniert, trotzdem wollten wir diesen Weg festhalten. Heute bin ich sehr froh, dass wir daran festgehalten haben. Die Media Guys haben unglaublich authentische Bilder geschaffen. Es geht nicht nur um Handball, sondern um Menschen, Emotionen und die gesamte Reise. Die Dokumentation ist absolut empfehlenswert –Also auf jeden Fall ansehen!

Was ist der größte Unterschied zwischen 3. Liga und 2. Bundesliga?

Florian Ostendorf: Die Professionalität. Das merkt man sofort. Die 2. Bundesliga gehört zu den fünf stärksten Handballligen der Welt. Das muss man sich wirklich einmal bewusst machen. Heike und ich waren Anfang Juli gemeinsam auf der Ligaversammlung der HBL. Dort sieht man: Die Vereine arbeiten hauptamtlich und die Anforderungen steigen überall.

Heike Schürkötter: Und das betrifft nicht nur den Sport. Organisation, Vermarktung, Medienarbeit, Spieltage oder Infrastruktur – in allen Bereichen müssen wir den nächsten Schritt machen.

Welche Bedeutung hat die Rückkehr in die 2. Liga für Reichweite und Vermarktung?

Florian Ostendorf: Die Bedeutung ist enorm. Durch Dyn erreichen wir deutschlandweit deutlich mehr Menschen. Dazu kommt die größere Medienpräsenz durch die Axel-Springer-Gruppe und die Berichterstattung über Plattformen wie BILD, Welt und in Zukunft auch eine Berichterstattung in den 3. Programmen der öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten. Der TVE ist damit nicht nur ein Handballverein. Wir sind auch ein deutschlandweiter Botschafter für Emsdetten und das Münsterland.

Handball entwickelt sich insgesamt sehr positiv. Spürt ihr diese Entwicklung?

Frank Wiesner: Absolut. Handball ist die zweitbeliebteste Mannschaftssportart in Deutschland. Auch wir merken, dass die Aufmerksamkeit steigt. Die Reichweiten entwickeln sich positiv und der Sport wird für Unternehmen immer attraktiver. Dass Opel Namenspartner der Handball-Bundesliga geworden ist, zeigt diese Entwicklung sehr deutlich.

Der Kader wurde nur punktuell verändert. Warum?

Florian Ostendorf: Weil wir unserer Mannschaft vertrauen. Wir hatten eine erfolgreiche Saison und wollten diese Mannschaft nicht auseinanderreißen, sondern gezielt verstärken. Wir haben viele entwicklungsfähige Spieler, denen wir zutrauen, sich auf diesem Niveau weiterzuentwickeln. Mit Björn Zintel bekommen wir einen echten Leader und viel Erfahrung. Jaris Tobeler stand schon länger auf unserer Liste und bringt großes Potenzial mit. Niclas Heitkamp hat trotz seines jungen Alters bereits Bundesliga-Erfahrung und ist U21-Weltmeister. Ich glaube, wir haben einen sehr spannenden und entwicklungsfähigen Kader zusammengestellt.

Die Ems-Halle war zuletzt regelmäßig ausverkauft. Wie bewertet ihr diese Entwicklung?

Heike Schürkötter: Vor allem mit großer Dankbarkeit. Dieser Zuspruch ist außergewöhnlich und zeigt, wie sehr die Menschen mit dem TVE verbunden sind. Gleichzeitig sehen wir das als Auftrag. Wir wollen das Erlebnis rund um die Heimspiele weiterentwickeln.

Florian Ostendorf: Wir wollen neben dem Sport ein richtig geiles Event anbieten. Daran arbeiten wir jeden Tag. Natürlich gibt es Bereiche, in denen wir besser werden wollen. Aber wir gehen bewusst Schritt für Schritt.
Heike Schürkötter: Perspektivisch bleibt natürlich auch das Thema Hallensituation wichtig. Die Gespräche dazu ruhen nicht. Das Münsterland hat gezeigt, dass hier Spitzenhandball und ein großes Event funktioniert.

Welche Bedeutung hat die GREEN Academy für die Zukunft?

Frank Wiesner: Eine sehr große. Unsere A-Jugend spielt wieder Bundesliga, die B-Jugend wurde Westfalenmeister und wir haben inzwischen auch in jüngeren Jahrgängen hauptamtliche Strukturen geschaffen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen in Westfalen ein führender Standort für ganzheitliche Nachwuchsförderung werden.

Was muss wirtschaftlich passieren, damit der TVE dauerhaft in der 2. Bundesliga bestehen kann?

Frank Wiesner: Wir müssen weiter wachsen. Unser Partnernetzwerk hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Dafür sind wir sehr dankbar. Aber die Herausforderungen steigen: Reisekosten, Energiekosten und viele weitere Faktoren belasten die Vereine. Deshalb müssen wir unseren Etat Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Welche Bedeutung haben die Partner für den Weg des TVE?

Florian Ostendorf: Eine ganz entscheidende. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren an uns geglaubt und uns begleitet, obwohl wir nicht in der 2. Bundesliga gespielt haben. Jetzt wollen wir ihnen diese Bühne zurückgeben und gemeinsam weiter wachsen.

Frank Wiesner: Bei uns geht es nicht nur um Werbung. Unsere Partner werden Teil einer Geschichte und einer Gemeinschaft.

Was ist die langfristige Vision für den TV Emsdetten?

Florian Ostendorf: Wir wollen nicht nur kurzfristig zurück in der 2. Bundesliga sein. Unser Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, die uns dauerhaft auf diesem Niveau halten. Dazu gehören eine starke Mannschaft, gute Nachwuchsarbeit, professionelle Abläufe und ein stabiles wirtschaftliches Fundament.

Heike Schürkötter: Der TVE soll auch in Zukunft ein Verein bleiben, mit dem sich die Menschen identifizieren können.

Zum Abschluss: Was ist das Ziel für die Saison 2026/27?

Florian Ostendorf: Ganz klar: der Klassenerhalt. Die Vergangenheit zeigt, wie schwierig es für Aufsteiger ist. Wir wollen anders sein und uns dauerhaft etablieren.

Frank Wiesner: Das schaffen wir aber nur gemeinsam mit unseren Fans, Partnern und Ehrenamtlichen.

Heike Schürkötter: Der Aufstieg war ein gemeinsamer Erfolg. Jetzt beginnt das nächste Kapitel.


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