Rund 24.000 Vereine und über 2 Millionen aktive Sportler sind beim DFB gemeldet - damit ist Fußball der beliebteste Sport in Deutschland. Doch damit gehören auch Verletzungen zum Alltag auf den zahlreichen Plätzen, die von den Amateurkickern landesweit bespielt werden. Um eine gute Erstversorgung zu garantieren, wenn sich der Verteidiger bei einer Grätsche eine Schürfwunde zulegt oder der Stürmer beim Sprintduell umknickt, nutzen viele Mannschaften einen Arztkoffer und eine Kühlbox. Doch was muss drin sein? Damit Sie gut vorbereitet in die neue Saison starten, gibt es hier einen kleinen Überblick.
Bandagen schützen vor weiterer Überlastung
Wenn ein Spieler umknickt, wäre eine Auswechslung aus medizinischer Sicht am sinnvollsten. Doch Fußballer sind hart im Nehmen (so lautet manche Selbstbeschreibung) und beißen auf die Zähne. Um die betroffene Stelle vor zu starker Belastung zu schützen, helfen elastische Bandagen, die zusätzlichen Halt geben und Bänder und Gelenke stabilisieren und fixieren.
Achtung Infektionsgefahr!
In der Regel verkraften Spieler Hautabschürfungen ganz gut, bei größeren Exemplaren sollte die Wunde jedoch vor Keimeinfall geschützt werden. Der Griff zum Pflaster und zur Mullbinde ist in diesem Moment die richtige Wahl. Der Sanitätskoffer sollte dann auch eine Schere bereithalten, um das Verbandsmaterial in die passende Größe schneiden zu können. Außerdem sind Einmalhandschuhe sinnvoll, wenn der Betreuer keine Zeit haben sollte, die Hände vor dem Eingriff zu desinfizieren.
Kühlbox
Kühlboxen kommen nicht nur bei Amateursportlern zum Einsatz, auch die Ärzte der Bundesligavereine nutzen den praktischen Koffer. Bei Prellungen gilt es, die betroffene Stelle möglichst schnell zu kühlen, um den Schaden im Gewebe kleinzuhalten - dementsprechend sind Eispackungen und Gelpacks in jeder Kühlbox zu finden. Zusammen mit zerkleinertem Eis und etwas Wasser sind Sie gut gerüstet, damit die Verletzungspause kurz bleibt. Ein Schwamm, der ins eiskalte Wasser getaucht wird, hilft bei der Erstversorgung besonders gut. Wichtig: Um Keimbildung vorzubeugen, sollten Sie die Box regelmäßig reinigen.
Gele und Salben
Fußball ist ein schneller und körperbetonter Sport, bei dem Zweikämpfe an der Tagesordnung stehen. Dadurch lassen sich schmerzhafte Begegnungen mit dem Gegner oder dem Boden nicht immer vermeiden. Zur Schmerzlinderungen verwenden Sie spezielle Gele und Salben, die regelmäßig auf die entsprechende Stelle aufgetragen werden. Das fördert den Heilprozess und verringert die Pausenzeit. Bei Verspannungen und Zerrungen helfen wärmende Gele, die die Durchblutung verbessern und sogar Verletzungen vorbeugen können.
Kinesio-Tapes
Zu Beginn wurden die elastischen Kinesio-Tapes hauptsächlich von Profisportlern genutzt. Mittlerweile kann man die bunten Bänder auch vermehrt auf Amateurplätzen beobachten. Das mit einer klebenden Acrylschicht versehende Baumwolltape fördert die Durchblutung und wird vor allem zur Prävention von Verletzungen, aber auch zur Behandlung von Verspannungen genutzt.
Bereiten Sie sich vor
Eine gut gepackter Koffer ist nur die halbe Miete, der Betreuer sollte auch in der Lage sein, ihn richtig einzusetzen. Eine offene Wunde zuzubinden, um sie nach dem Ende des Spiels ruckartig wieder aufzureißen, weil sich die getrocknete Verletzung mit dem Verbandsmaterial vereinigt hat, ist nicht im Sinne des Spielers. Erste-Hilfe-Kurse sind ebenso hilfreich wie das Lesen entsprechender Artikel und Literatur, um bestens auf Sportverletzungen verschiedenster Arten reagieren zu können.


