Corona und Schwimmen

Derzeit ist für die Schwimmer lediglich Ersatztraining auf Distanz möglich. Foto: TV Jahn Rheine

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Rheine. In der ersten Zeit nach dem Frühjahrs-Lockdown in Rheine zeigte sich ein abstruses Bild: Maximal 27 Schwimmer stehen mit Abstand um den gesamten Mesumer Beckenrand. Geschwommen werden immer 25 Meter, dann raus aus dem Becken, wieder anstellen, damit sich nie zwei Schwimmer auf der Bahn begegnen.

„Das war zwar kein Schwimmtraining in dem Sinne, wie wir es brauchen, aber wenigstens wurden wir nass dabei“, blickt die Leiterin der Schwimmabteilung des TV Jahn Rheine, Claudia Lechte, zurück. Aktuell bieten die Übungsleiter online Trockentraining an für alle Abteilungsmitglieder an, die Lust haben. Immerhin: Wenn es denn zu Lockerungen kommen sollte, ist die Schwimmabteilung vorbereitet. Sie hat jedes mögliche Szenario im letzten Jahr erfolgreich ausprobiert: Wie wird man möglichst vielen Schwimmern gerecht? Dazu mussten Gruppen teils neu strukturiert werden, um die Maximalschwimmerzahl pro Bahn einzuhalten. Zunächst wurden die Wettkampf- und Erwachsenengruppen zugelassen, später auch die Schwimmlerngruppen – zunächst unter Betreuung der Eltern im Wasser mit Übungsleiter am Beckenrand.

Rund achtmal bis zum zweiten Lockdown im Herbst hat der Vorstand die Hygienekonzepte geändert. Maximale Belegungszahlen für Umkleiden, Duschen und Bahnen (und zwar jeweils andere), zwei unterschiedliche Hallenbäder mit verschiedenen Beckengrößen, veränderte Trainingszeiten – all das mussten man berücksichtigen. „Bei den Jungs können wieder drei rein!“, war ein üblicher Ruf vor den Bädern, wenn die Schwimmer in Etappen in Duschen und Umkleiden geschickt wurden. Maske bis in die Umkleide und Online-Anmeldung waren obligatorisch. Die Vorstands-WhatsApp-Gruppe lief oft heiß. Steinigeweg: „Die Video­übungsstunden waren ein enormer Aufwand, sodass wir dankbar waren, als wir im Mai wenigs­tens wieder die Sporthallen nutzen durften.“ Elena Kurth, Übungsleiterin und Aktive, hat das Sporthallentraining als befreiend erlebt: „Es hat sich echt gut angefühlt, wieder etwas mit den anderen machen zu können. Wir haben auch das Lauftraining wieder aufgenommen. Als Schwimmer waren wir natürlich trotzdem froh, als es endlich wieder ins Wasser ging.“ Und an der Hoffnung, dass dies auch nach diesem Lockdown irgendwann wieder möglich sein wird, halten die Schwimmer fest.

„Die Einschätzung der Virologen lautet, dass die Corona-Viren nicht über das Schwimmbeckenwasser übertragen werden“, sagt Steinigeweg. „Die Luft im Hallenbad wird außerdem ständig über die Belüftung ausgetauscht. Auch hier dürfte meines Erachtens das Infektionspotenzial vergleichsweise gering sein.“ So gab es auch bisher keine nachgewiesenen Infektionsfälle, die auf den Schwimmbetrieb zurückzuführen gewesen wären. Auch wenn die Schwimmer 2020 mehrheitlich auf dem Trockenen erlebt haben, haben sie gemerkt: „Wir sind noch mehr zusammengewachsen“, sagt Kurth. Wer Fragen hat, meldet sich gerne per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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