Der Entzug geht vorüber

Zahlreiche Leserinnen und Leser haben am vergangenen Montag an der gemeinsamen Telefonaktion „Rauchfrei ins neue Jahr“ von „Wir in...“ und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung teilgenommen. Foto: Brittany Perry / wikimedia.org / gemeinfrei

Gesundheit

Das Expertenteam der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BzgA, stand am vergangenen Montag zwei Stunden für Fragen unserer Leser zum Thema „Rauchfrei ins neue Jahr“ zur Verfügung. Hier eine Zusammenfassung mit den häufigst gestellten Fragen.

Frage: Als starke Raucherin fürchte ich ein wenig den Entzug. Wie lange dauert er und worauf sollte ich mich einstellen?

In der Regel sind die Symp­tome nach sieben bis zehn Tagen stark abgeschwächt. Nach einigen Wochen sind sie meist ganz verschwunden. Stellen Sie sich darauf ein, dass es zu starkem Rauchverlangen kommen kann, zu Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen, gesteigertem Appetit und schlechter Stimmung. Verwöhnen Sie sich in dieser Zeit ganz bewusst und belohnen Sie sich, wenn Sie wieder einen Tag ohne Zigarette geschafft haben.

Frage: Kann man sich auf Verlangensattacken vorbereiten?

Ja. Wir empfehlen dafür ein Raucherprotokoll. Schreiben Sie alle Situationen auf, in denen Sie rauchen oder rauchen könnten. Als Alternativen setzen Sie hinzu, womit Sie die jeweilige Zigarette austauschen und wie Sie über diese schwierige Phase hinweg kommen können. Gibt es besonders heikle Situationen, sollten Sie diese anfangs am besten meiden.

Frage: Meine Bekannte meint, ich soll auf alle Fälle viel Wasser trinken, wenn ich aufhören will. Was bewirkt das?

Zum einen bringt Wasser den Stoffwechsel auf Trab. Zum anderen füllt Wasser zumindest kurzzeitig den Magen. Das ist ein gutes Mittel für jene, die befürchten, nach dem Rauchstopp zuzunehmen. Wer vor den Mahlzeiten ein großes Glas Wasser trinkt, isst dann weniger. Nehmen Sie kohlensäurearmes Mineralwasser oder Leitungswasser. Trinken Sie langsam und in kleinen Schlucken. Das beschäftigt den Mund, dem jetzt die Zigarette fehlt.

Frage: Ich nehme schon längere Zeit ein Nikotinersatzpräparat, aber die Lust auf eine Zigarette ist immer noch da. Sollte ich ein anderes Mittel nehmen?

Nikotinersatzpräparate sind nur für die Anfangsphase der Rauchentwöhnung gedacht. Sie mindern lediglich die körperlichen Entzugssymptome, nicht die Lust auf die Zigarette. Sie führen auch nicht automatisch zum Nichtrauchen – das können Sie nur selbst bewältigen. Möglicherweise führen Ersatzpräparate, über längere Zeit benutzt, zu einer neuen Abhängigkeit. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Apotheker, was Sie tun können.

Frage: Ich habe gelesen, man soll alle Zigaretten entfernen, wenn man aufhört. Muss man das wirklich?

Ja; es kann Sie vor einem schnellen Rückfall bewahren. In der ersten Zeit kann das Verlangen äußerst stark sein. Da ist es besser, wenn um Sie herum alles rauchfrei ist. Entsorgen Sie alle Rauch-Utensilien. Sie können Ihre Kleidungsstücke, die Vorhänge und die Bezüge waschen, um sie vom Rauchgeruch zu reinigen. Besorgen Sie reichlich Dinge, um Ihre Hände zu beschäftigen, wie Murmeln oder einen Knetball. Kaufen Sie Kaugummis, zuckerfreie Bonbons oder Obst und Gemüse, das Ihnen schmeckt und das Sie als Ersatz zum Rauchen kauen können.

Frage: Ich habe schon so oft versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Hat es Sinn, es nochmals zu versuchen?

Ja, auf jeden Fall! Die meis­ten benötigen mehrere Anläufe, bevor sie es endgültig schaffen. Ihre Erfahrungen aus den vergangenen Versuchen können Ihnen helfen, kritische Situationen besser einzuschätzen. Sie können sich besser vorbereiten und wissen genauer, was zu tun ist. Vielleicht schaffen Sie es mit einer anderen Methode oder indem Sie sich professionelle Unterstützung suchen.

Adressen finden Sie in unserem Info-Kasten. 

Beratung für Rauchentwöhnung der BZgA:
0800-8313131 (kostenlos auch aus dem Mobilfunknetz) Mo-Do. 10-22 Uhr, Fr-So. 10-18 Uhr
Rauchfrei-Start-Paket u.a. mit Info-Broschüre, Kalender für die ersten 100 Nichtraucher-Tage, Anti-Stress-Ball, Pfefferminzpastillen, kostenlos zu bestellen per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, per Post: BZgA, 50819 Köln, per 
Fax: 0221-8992257. 

Informationsbroschüren „Ja, ich werde rauchfrei“ oder „Rauchfrei in der Schwangerschaft“ können kostenfrei bestellt oder direkt herunter geladen werden unter:

www.bzga.de/infomaterialien/
www.rauchfrei-info.de: mit interaktivem Ausstiegsprogramm und „Rauchfrei-Lotsen“ 
www.rauchfrei-programm.de: Gruppenkurse in Wohnortnähe, Kos­tenerstattung.

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