Fachkräftemangel, Flexibilisierung, Mindestlohn: Arbeitsmarkttrends in der Region

Arbeitnehmer erhoffen sich mehr Flexibilität Screen: wirin

Karriere & Beruf

Der Arbeitsmarkt im Kreis Steinfurt ist vergleichsweise stabil. Aber auch hier befindet er sich im Wandel. Wirtschaft und auch Arbeitnehmer erhoffen sich mehr Flexibilität. Der Fachkräftemangel verschärft sich und mit der geplanten Mindestlohnerhöhung kommen weitere Veränderungen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu. Wie prägen die Arbeitsmarkttrends den Kreis in Zukunft?

Flexiblere Arbeitszeiten sind ein großes Thema

Nicht erst seit das Homeoffice ein Thema geworden ist, wünschen sich viele Arbeitnehmer flexiblere Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Arbeitszeit. Viele Menschen im Kreis betrifft das umso mehr, da es sich um eine ausgeprägte Pendlerregion handelt. Über 76.000 Pendler verlassen den Kreis Steinfurt jeden Tag, um in Münster, Osnabrück oder dem Emsland zu arbeiten. Gleichzeitig pendeln etwa 47.000 Menschen zum Arbeiten aus dem Umland in die Region Steinfurt.

Das Pendeln kostete Zeit und Energie und erschwert die Work-Life-Balance. Kein Wunder also, dass flexiblere Arbeitsmöglichkeiten hier durchaus gewünscht sind.

Auch viele Betriebe würden mehr Freiheiten bei der Arbeitszeitgestaltung begrüßen, um ihren Bedarf an Arbeitskraft besser handhaben zu können. Aktuell gestaltet sich das durch die gesetzliche Arbeitszeitregelung mitunter noch schwierig. Und auch ein geeignetes Arbeitszeiterfassungssystem, wie etwa Timemaster, fehlt noch in vielen Betrieben. Erst mit einem solchen System lassen sich Arbeitszeiten wirklich flexibel, zuverlässig und sogar ortsunabhängig erfassen und verbuchen.

12 Euro Mindestlohn – Was ändert sich?

Im Oktober 2022 sollen sie kommen, die im Koalitionsvertrag festgelegten 12 Euro Mindestlohn. Aktuell wirft das noch viele Fragen auf. Insbesondere betrifft das die Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung und die Verdienstgrenze beim Minijob. Durch die Anpassung der Dokumentationspflicht von Arbeitszeiten käme auf viele Unternehmen ein bürokratischer Mehraufwand zu. Beim Thema Minijob sorgt der aktuelle Gesetzesentwurf für Unklarheiten bei der Verdienstgrenze.

Bei einem Mindestlohn von 12 Euro dürften Minijobber nur noch 37,5 Stunden, statt bisher 45,8 Stunden pro Monat arbeiten. Mehr Geld in der Tasche hätten diese Arbeitnehmer dann nicht und für viele Arbeitgeber würde die Beschäftigung von Minijobbern für so wenige Stunden unlukrativ werden. Eine Erhöhung der Minijob-Grenze von 450 Euro auf 520 Euro könnte zumindest dieses Dilemma lösen.

Bisher handelt es sich beim neuen Mindestlohn erst um einen Gesetzesentwurf. Mit Änderungen kann also noch gerechnet werden.

Fachkräftemangel bereitet Experten Sorgen

Zuletzt stieg die Arbeitslosigkeit im Kreis geringfügig an. Arbeitsmarktexperten sehen hier aber keinen Grund zur Sorge. Vielmehr befürchten sie massive Auswirkungen durch einen immer größer werdenden Fachkräftemangel im Kreis. Das ist ein deutschlandweiter Trend. Nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit könnten bis 2035 sieben Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen. Im Kreis Steinfurt könnten vor allem die zahlreichen unbesetzten Ausbildungsplätze in Zukunft das Problem verschärfen. Davor warnte zuletzt der Ibbenbürener IHK-Vizepräsident Gustav Deiters. Dort, wo es heute an Auszubildenden mangelt, fehlen in Zukunft die Fachkräfte. Beim IHK möchte man deshalb die Attraktivität von Ausbildungsberufen erhöhen und die Vermittlung zwischen Betrieben und Schulabgängern verbessern.

Die Bundesagentur für Arbeit will dem Problem des Fachkräftemangels auch mit Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose entgegenwirken. Gerade in kritischen Bereichen, wie der Pflege, werden aber nach Meinung der Experten Fachkräfte aus dem Ausland in Zukunft unabdingbar sein. Die sind auch in anderen Ländern gerade sehr gefragt und so müssten auch für die Anwerbung gute Bedingungen geschaffen werden.

 


Anzeige


Kleinanzeigen inserieren in der Zeitung


Medienberatung für gestaltete Anzeigen


Mediadaten Verlag Zeitung NRW Steinfurt