Auf der Jagd nach wilden Pokémons

Ein Taubsi auf dem Kinderwagen und ein Alpollo im Auto – Pokemon Go erobert die Welt.Fotos: privat

Lifestyle

„Juchuuu, ich hab ein Evoli gefangen!“ – meine Freundin spielt schon länger „Pokémon Go“, ist sie doch IPhone-Besitzerin. Doch seit Mittwoch können auch wir Android-Handy-Besitzer diese äußerst interessante „augmented reality“-App nutzen.

 

 

Was ist Pokémon Go, fragen Sie sich? In Kurzform: Ein Spiel auf dem Handy, bei dem die virtuelle mit der echten Welt verschmilzt. Denn während Sie spazierengehen, tauchen auf einmal auf dem Handy wilde Pokémons auf, die Sie fangen müssen. Dafür schaltet sich der sogenannte AR-Modus der Kamera ein und das Pokémon scheint sich gerade in der realen Welt direkt vor Ihnen zu befinden. Mittels Pokébällen gefangene Pokémons werden dann trainiert und treten in Arena-Kämpfen gegen andere Pokémon Go-Spieler an. Die Bilder, die mir meine Freundin schickte, versprachen schon jede Menge Spaß: Da sitzt auf dem Kinderwagen ihrer Tochter plötzlich ein „Taubsi“ und ihre Mutter wird von einem „Alpollo“ attackiert. Natürlich kann ich mir so etwas nicht entgehen lassen – immerhin bin ich schon immer ein Fan solcher Computer- und nun halt Handy-Spiele gewesen.

Also hab ich mich selbst auf Pokémon-Jagd begeben. Mein erstes Tier war ein „Schiggi“, danach folgte das „Hornilu“. Nun wollte ich es genauer wissen – und spazierte mit unserer Tochter durchs Dorf. Hier noch ein „Enton“, da hinten sogar ein „Bibor“– dabei lief ich fast gegen einen Laternenmast. Unsere Tochter erwischte dafür den Hundehaufen, da sich ein Pokestopp – ein Ort, an dem es virtuelles Zubehör für das Spiel gibt – mitten auf einer Wiese befindet.

Okay, dieses „Auf-das-Handy-starre-um-ja-nichts-zu-verpassen“ scheint vielleicht nicht gerade schlau zu sein. Spazierengehen ist zwar gut für die Gesundheit – aber durch dieses Spiel kann das auch schnell mal ins Gegenteil umschlagen. Denn es gab sogar schon Pokémon-Jäger, die von der Polizei auf der Autobahn aufgegriffen wurden. Oder die, die durch den Keller eines Krankenhauses in Holland irrten, um dort ein Pokémon zu finden. Allerdings war die Reaktion des Krankenhauses spitze! Man twitterte die Info: „Es gibt tatsächlich ein krankes Pokémon im AMC, aber wir sorgen gut für es. Bitte besucht es nicht!“
Gerade bei Jugendlichen gibt es auch eine gewisse Suchtgefahr – verbunden mit der Tatsache, dass für virtuelle Spielgegenstände auch echtes Geld ausgegeben werden kann, ist das nicht ungefährlich.
Also, wer wie ich nicht auf Erfolge, sondern den Spaß aus ist, dem kann ich diese App als kurzweiligen Zeitvertreib nur empfehlen. Aber bitte denken Sie daran: Beim Laufen ist es intelligenter, nach vorne statt aufs Handy zu schauen. Und beim Autofahren hat Pokémon Go gar nichts zu suchen – es sei denn, ihr Beifahrer spielt es!
von Anika Tholl

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